Aktuelles

„Unsere Demokratie braucht nicht weniger, sondern mehr Konflikt“

PM | 20.06.2016

Mit dieser und weiteren Thesen zog PD Dr. Markus Linden vom Forschungszentrum Europa an der Universität Trier zur 2. Demokratiekonferenz am 7. Juni im Lindensaal Markkleeberg das Interesse der ca. 60 Anwesenden auf sich.

 

 In seinem wissenschaftlichen Input zum Thema: „Krise der demokratischen Repräsentationen? Indizien und Reformmöglichkeiten“ scheute er sich nicht, den durchaus populären Thesen zu wiedersprechen. So sind nach seiner Meinung „Bürgerbeteiligung und direkte Demokratie alles andere als Allheilmittel“, wenn diese instrumentalisiert werden. Gleichzeitig untermauerte er, dass „ am Wert von Parteien und Parlamenten kein Weg vorbeiführt“.  In der anschließenden Diskussion  wurden  seine  „ kleinen Schritte zur Reform  bei der demokratischen Repräsentation“ in Bezug auf die lokale Ebene hinterfragt.

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In 4 Workshops konnten sich dann die Teilnehmenden aus Vereinen, Politik, kommunaler Verwaltung, Kinder- und Jugendarbeit, Vertreter aus dem schulischen Bereich, und engagierten Bürgerinnen und Bürgern  konkrete Projektbeispiele erklären lassen.  Im Mittelpunkt des Austausches standen dabei die Projektebereiche:

SPORT  „ Im Sport verein (t) für Demokratie“ 
KIRCHE  „Kirche wirkt demokratisch im Kiez: – Flüchtlingswohnungen“
SCHULE „ Bürgerschaftliches Engagement in Schule und Kommune“
GEMEINWESEN „engagierte Stadt“ 

Landrat, Henry Graichen, und der Oberbürgermeister von Markkleeberg, Karsten Schütze, würdigten in Ihren Grußworten das Engagement der Anwesenden in Ihren jeweiligen Tätigkeitsfeldern  zur Stärkung einer lebendigen, demokratischen und weltoffenen Zivilgesellschaft. Die kontinuierliche Bereitstellung von 100.000 Euro Kreismitteln für die Lokale Partnerschaft für Demokratie ist dabei ein wichtiger Eckpfeiler für die langfristige Projektarbeit im Landkreis in diesem Themenfeld.

Die Veranstaltung fand im Rahmen der Lokalen Partnerschaft für Demokratie (LDP) im Landkreis Leipzig statt und wurde durch das Netzwerk für Demokratische Kultur e.V., das Bildungs- und Sozialwerk Muldental e.V. in Zusammenarbeit mit dem Landratsamt des Landkreises Leipzig und der Stadt Markkleeberg durchgeführt.

Die gestiegene Teilnehmerzahl im Gegensatz zur letzten Demokratiekonferenz, aber auch die steigende Anzahl der Anträge innerhalb der Lokalen Partnerschaft spiegeln das Interesse und die engagierte Gesellschaft im Landkreis Leipzig wider.

Termininfo:  Die 4. Projektantragsfrist für die noch offenen rund 8000 Euro im Rahmen der LPD endet am  19.08.16.

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Schlaue Filme - Filmwerkstatt im D5 in Wurzen - Anmeldung ab jetzt!

PM | 15.06.2016

Ab dem 07.09.2016 immer mittwochs von 15-17.30 Uhr Filmwerkstatt für Kinder und Jugendliche zwischen 8 und 14 Jahren im BürgerInnenzentrum D5 in Wurzen.

Wir wollen mit den Mädchen und Jungen Filme entwickeln, die sich mit Themen wie: Demokratie, Toleranz und verschiedenen Arten von Diskriminierung im Alltag ... auseinandersetzen. Die TeilnehmerInnen lernen wie ein Film entsteht. Ein Drehbuch geschrieben wird, warum es ein Storyboard gibt und wie Kamera- und Tontechnik zu bedienen sind. Welche Rolle Einstellungsgrößen und Perspektiven im Film spielen wird besprochen und gemeinsam ausprobiert.

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Eine öffentliche Premiere im Dezember im D5 rundet die Filmwerkstatt ab.

Die Seminare (in gekürzter Form) werden ebenso für PädagogInnen und interessierte Erwachsene sowie Schulklassen angeboten.

Das Angebot ist kostenfrei.

Anmeldung ist erforderlich unter: info@schweizerhaus-puechau.de

Zeit: immer mittwochs, 07.09.2016 bis 30.11.2016 je 15.00-17.30 Uhr
Ort: Netzwerk für Demokratische Kultur e.V., Domplatz 5 in Wurzen
Inhaltliche Begleitung: Zentrum für Europäische und Orientalische Kultur, Marie Louise Stoll, Martina Jacobi-Wilhelm

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6. Auflage der Interkulturelle Woche(n) im Landkreis Leipzig vom 25.09.- 09.10.2016 in Planung

PM | 13.06.2016

Vereine, freie Träger, Initiativen, Willkommensbündnisse, Unternehmen und Institutionen, können sich an dem Gemeinschaftsprojekt „Interkulturellen Wochen“ (IKW) im Landkreis Leipzig beteiligen. Bis zum 15. Juli läuft noch die Antragsfrist für die Einreichung der Interessenbekundungen. Durch Workshops, Begegnung, Austausch, Musik, Tanz, Film, Sport, kulinarische Angebote und andere Tagesveranstaltungen soll das Interesse bei den Kindern sowie Bürgerinnen und Bürgern des Landkreises für andere Kulturen geweckt werden.

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 Koordiniert wird die IKW vom Bildungs- und Sozialwerk Muldental e.V. Kontakt: Herr Kriz ronny.kriz@bsw-muldental.de Tel. 034381-5560. Das Gesamtvorhaben wird gefördert durch die Lokale Partnerschaft für Demokratie im Landkreis Leipzig www.demokratie-leben-lkl.de. Das 1-seitige Antragsformular zur Aufnahme der Angebote in den landkreisweiten Flyer und für finanzielle Zuschüsse finden Sie unter folgenden Link: http://www.demokratie-leben-lkl.de/media/files/2016-Anmeldung--Interessenbekundung-IKW.pdf

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Fachaustausch„Demokratie vor Ort stärken – vielfältiges Zusammenleben gestalten“ vom 29.06-30.06.2016 in Berlin

PM | 28.04.2016

Liebe Mitarbeitende in den Partnerschaften für Demokratie,

als Folge der aktuellen Fluchtbewegungen hat sich die Debatte um das Selbstverständnis der deutschen Gesellschaft intensiviert und bereits bestehende Probleme verschärft, wie sich an den fremdenfeindlichen Vorfällen der letzten Monate sowie den Wahlerfolgen rechtspopulistischer Parteien ablesen lässt. Gleichzeitig kann ein großes bürgerschaftliches Engagement bei der Unterstützung von Geflüchteten verzeichnet werden. In diesem Spannungsfeld sind Maßnahmen, die sich für gegenseitige Anerkennung und Verständigung einsetzen, besonders zu fördern.

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Vor diesem Hintergrund wurde das Bundesprogramm Demokratie leben! mit weiteren 10 Millionen Euro ausgestattet. In die im Dezember 2015 aktualisierten Förderleitlinien für die Partnerschaften für Demokratie wurde dabei insbesondere die Entwicklung einer Willkommenskultur und -struktur aufgenommen. Die in die Leitlinie neu aufgenommenen Aufgabenbereiche der Partnerschaften für Demokratie sind folgende:

·         Verstärkung der Aktivitäten gegen Phänomene gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit

·         Stärkung der Selbstorganisation und -hilfe im Themenfeld unter verstärktem Einbezug vonMigrantenselbstorganisationen und muslimischen Gemeinden

·         Entwicklung einer Kultur der Unterstützung und Wertschätzung ehrenamtlichen Engagements in allen Themenfeldern des Programms, insbesondere auch im Bereich der Willkommenskultur, zum Abbau von Ressentiments und zur Prävention vor Gewalt, Hetze und Feindseligkeiten gegenüber Zuwanderinnen und Zuwanderern

·         Förderung des bürgerschaftlichen Engagements und einer aktiven Bürgerbeteiligung

·         Förderung des demokratischen Zusammenlebens zwischen Zuwanderinnen und Zuwanderern, insbesondere  Asylsuchenden, sowie aufnehmender Gesellschaft

 

Auf einem Fachaustausch der bundesweit geförderten Partnerschaften für Demokratie möchten wir Ihnen die Möglichkeit geben, sich zu diesen neuen Aufgabenfeldern untereinander auszutauschen, Erfahrungen zu teilen und bestehende Herausforderungen zu diskutieren.

 

Dazu laden wir Sie herzlich zu einem zweitägigen Fachaustausch „Demokratie vor Ort stärken – vielfältiges Zusammenleben gestalten“ nach Berlin ein!

 

Der zweitägige Fachaustausch wird am

29.06.2016 – von 13 – 19h und am 30.06.2016 – von 9 – 13h stattfinden.

Bitte merken Sie sich bereits jetzt diesen Termin vor. Durch Beginn und Abschluss jeweils gegen Mittag möchten wir ausreichend Zeit zur Anreise bieten.

Ein Programm mit einem Ablauf sowie weiteren Hinweisen zum Veranstaltungsort und Übernachtungsmöglichkeiten werden wir Ihnen im Mai zusenden. Ab dann wird auch eine Anmeldung zu dieser Veranstaltung möglich sein.

Der Fachaustausch wird durch das Fachforum „Demokratie leben!“ organisiert. Bei weiteren Fragen können Sie sich gerne an uns direkt wenden unter fachforum@f-bb.de.

Mit freundlichen Grüßen,

Barbara Kiepenheuer-Drechsler

für das Fachforum „Demokratie leben!“

Dr. Barbara Kiepenheuer-Drechsler

Wissenschaftliche Mitarbeiterin

Forschungsinstitut Betriebliche Bildung (f-bb) gemeinnützige GmbH

Wichmannstraße 6

10787 Berlin

Telefon: +49 30 417498-649

Fax:         +49 30 417498-610

E-Mail:   kiepenheuer-drechsler.barbara@f-bb.de

Web:       www.f-bb.de

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Weiterbildung gedenkhistorische Projektarbeit...

...für Multiplikator_innen zum Thema ‚Stolpersteine‘ in Naunhof

Diese fünfteilige Weiterbildung befähigt Sie selbst Erinnerungsprojekte mit Jugendgruppen für verfolgte Opfer des NS-Regimes durchzuführen. In den Veranstaltungen wird exemplarisch zu einer verfolgten Person oder Familie in der NS-Zeit geforscht, dabei haben sie den besten Einblick in den konkreten Ablauf, den Zugang zu Archiven, zu Zeitzeugen usw. und können  später in den selbstdurchgeführten Jugendprojekten von diesen Erfahrungen profitieren. Als Ergebnis eines solchen Projektes steht die Verlegung von Stolpersteinen. Die Weiterbildung wird vom FJM in Kooperation mit dem Erich-Zeigner-Haus e.V. (EZH) durchgeführt.

Die Weiterbildung à 3 Stunden beginnt am 25. August 2016, 15.00 Uhr  (weitere Termine beim ersten Treffen); Ort: Naunhof – Stadtgut (Markt 6, 04683 Naunhof)


„Lokale Partnerschaft für Demokratie (LPD) “ – neue und weiterentwickelte Projekte werden im zweiten Förderjahr umgesetzt.

PM | 24.03.2016

Nach den ersten beiden Begleitausschusssitzungen im Haushaltsjahr 2016 können 19 Projekte beginnen. Neben den beiden extern angebundenen Servicestellen „Fachberatung“ beim Netzwerk für Demokratische Kultur in Wurzen und „Öffentlichkeitsarbeit und Beteiligungsförderung“ beim Bildungs- und Sozialwerk Muldental wurden weitere Vorhaben von freien Trägern und Vereinen befürwortet.

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Damit sind rund 210.000€ Euro von insgesamt 220.000€ an Fördergeldern gebunden. Für die noch verbleibenden Restmittel in Höhe von rund 10.000 Euro ist der 20. Mai 2016 Stichtag für die 3. Antragsrunde. Es wird empfohlen, sich vor der Antragstellung bei der Servicestelle Fachberatung LPD beraten zu lassen. Finanziert wird die Lokale Partnerschaft aus dem Bundesprogramm „Demokratie leben!“, dem Landesprogramm „Weltoffenes Sachsen – für Demokratie und Toleranz“ sowie dem Landkreis Leipzig.

Für kleinere Vorhaben und Tagesveranstaltungen können ab sofort vereinfachte Anträge beim „Aktionsfonds 2016“ bis max. 500 Euro ganzjährig gestellt werden. Außerdem können sich Interessierte, die bei der Interkulturellen Woche Ende September / Anfang Oktober mitwirken möchten, schon jetzt bei der Servicestelle Öffentlichkeitsarbeit und Beteiligungsförderung melden.

Weitere Informationen zu den bewilligten Projekten, Antragsformulare und Ansprechpartner finden Sie auf der Programmhomepage unter www.demokratie-leben-lkl.de.

Verfolgen Sie die Aktivitäten der LPD im Landkreis Leipzig  jetzt auch bei Facebook!

Terminvorschau:

 07.06. Demokratiekonferenz in Markkleeberg

14.06. 3. Begleitausschusssitzung zur LPD

 

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Dorf der Jugend

PM | 10.03.2016

Seit über einem Jahr gibt es in Grimma eine Initiative von Jugendlichen und Erwachsenen, die die ehemalige Spitzenfabrik in Grimma an der Mulde zum Leben erweckt. Flohmärkte und Konzerte fanden bereits statt.

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Die Visionen reichen von einem Containercafé, einem Hostel, einem Gartenprojekt, Kunstausstellungen, Theateraufführungen und vielem mehr. Das Engagement der Aktiven ist enorm und beispielgebend für die ländliche Region. Dahinter steht ein innovatives Konzept der Jugendarbeit entgegen des demografischen Wandels - das Dorf der Jugend -, für das derzeit mehrere Projekt- und Förderanträge gestellt werden.

Zahlreiche Unterstützer wie z.B. die Diakonie Leipziger Land, die Stadt Grimma, der Landkreis und etliche Ehrenamtliche stehen hinter dem Projekt und tragen zur Entwicklung bei.

Nun geht es im nächsten Schritt darum, das geplante Containercafé für Bürger_innen, Touristen (z.B. Radfahrer und Spaziergänger am Mulderadweg) einzurichten.

Auf folgendem Link können Sie / könnt ihr ein tolles Video über die Initiative ansehen und wir freuen uns über jede eingehende Spende, um den Traum Containercafé an der Mulde zu realisieren.

http://www.visionbakery.com/containercafe

Bei Fragen und Anregungen bin ich gern erreichbar. Gern kann die Email weitergeleitet werden.

Herzliche Grüße

Ulrike Läbe
stellv. Vorstandsvorsitzende
Förderverein für Jugendkultur und Zwischenmenschlichkeit (FJZ e.V.)

Mobil: 0176 38705534

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Interaktive Karte zur europäischen Dimension der extremen Rechten www.projekt-entgrenzt.de

PM | 16.12.15

In nahezu allen europäischen Staaten existieren extrem rechte Strukturen, Organisationen und Strömungen, die von rechtspopulistischen Parteien bis hin zu militant auftretenden neo-faschistischen und neonazistischen Gruppen und Bewegungen reichen. Die Aktivitäten der extremen Rechten bleiben allerdings nicht auf die jeweiligen Ländergrenzen beschränkt, sondern es kommt zu grenzüberschreitenden Vernetzungen und Kooperationen. Während eine Vielzahl an länderspezifischen Analysen von extrem rechten Strukturen und Erscheinungsformen vorliegt, stellen Aspekte länderübergreifender Vernetzungen und Dis-kurse eine selten berücksichtigte Perspektive dar.

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Vor allem im Bereich der Bildungsarbeit zum Thema „Rechtsextremismus“ lässt sich dahingehend eine Leerstelle konstatieren. Der europäischen Dimension der extremen Rechten hat sich das Informations- und Doku-mentationszentrum für Antirassismusarbeit (IDA e. V.) im laufendem Jahr im Rahmen des Projektes „Entgrenzt: transeuropäische Perspektiven auf die extreme Rechte“ gewidmet. Mit dem von der Bundeszentrale für politische Bildung geförderten Projekt stellt IDA Material, Wissen und Hintergründe für Fachkräfte, Multiplikator_innen sowie Lehrkräfte der Bildungs-arbeit in Form einer interaktiven Onlinekarte bereit, die unter www.projekt-entgrenzt.de ab-rufbar ist. Screenshot der Website Im Fokus der Onlinekarte steht die Bedeutung grenzüberschreitender Kooperationen für die extreme Rechte in Deutschland. Sie beinhaltet aber auch Beispiele ohne deutsche Beteili-gung. Vorgestellt werden Organisationen, Vernetzungen und Zusammenschlüsse der extre-men Rechten in Europa, länderübergreifende Demonstrationen, Treffen und Konferenzen; aber auch Aspekte extrem rechter Jugendkultur finden sich auf der Projekt-Webseite.

Informations- und Dokumentationszentrum für Antirassismusarbeit e. V.|

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Ein Jahr Partnerschaft für Demokratie (LPD) - Rückblick und Ausblick

PM | 04.12.15

Mit der letzten Beratung des Begleitausschusses am 1. Dezember zogen die Mitwirkenden ein erstes Resümee über die im Jahr 2105 geleistete Arbeit. So konnten über den allgemeinen Projektfonds 28 Vorhaben zur Förderung von Demokratie, Toleranz und Vielfalt im Landkreis von 12 Trägern und Vereinen umgesetzt werden. Durch den Aktionsfonds  wurden über 30 Kleinprojekte und Tagesveranstaltungen mit bis zu 500,00 € unterstützt. 

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Thematische Schwerpunkte der Projekte waren: Förderung von Beteiligung; gesellschaftliche Fragen- und Problemstellungen; Historisches Lernen; Qualifizierung; Vernetzung und Interkultureller Dialog. Unter letztgenannten Themenschwerpunkt fand zum fünften Mal die Interkulturelle Woche statt. Über 20 Programmpunkte umfasste dieses Jahr die landkreisweite Veranstaltungsreihe unter dem Motto „Vielfalt! das Beste gegen Einfalt“ und hatte dabei die aktuelle Flüchtlingsproblematik mit im Blick.

Mit  der Überschrift „Zusammen macht man weniger allein“  war die erste Demokratiekonferenz im Landkreis überschrieben. Wie bereits berichtet wurde mit langjährigen Akteuren und neuen Mitstreitern die verschiedenen Facetten des Demokratiebegriffs diskutiert und  Beteiligungsmöglichkeiten aus der Praxis erörtert.  Dem erweiterten Vernetzungs- und Austauschgedanken soll auch 2016 Rechnung getragen werden. Vorgesehen ist mit der LPD im Landkreis Nordsachsen eine gemeinsame Veranstaltung durchzuführen.

Der mehrheitlich zivilgesellschaftlich besetzte Begleitausschuss der LPD  merkte jedoch auch an, dass es Regionen gibt, in denen die Kooperationsbereitschaft mit Vereinen und  Initiativen zur Projektumsetzung auf kommunaler Ebene zurückgeht bzw. fehlt.  Diesem speziellen Thema will sich Landrat Henry Graichen als Vorsitzender des Begleitausschusses im kommenden Jahr annehmen und dazu ebenfalls den Kommunalen Präventionsrat sensibilisieren.

Erfreulicherweise werden auch 2016 erneut über 100.000 Euro für Projekte durch das Bundesprogramm „Demokratie leben!“ und das Landesprogramm „ Weltoffenes Sachsen – für Demokratie und Toleranz“ bereitgestellt. Den gleichen Betrag stellt zusätzlich der Landkreis zur Verfügung, um Vorhaben im Programmbereich zu fördern. Die erste Antragsfrist endet am 15.01. 2016.  Antragsformulare, Förderleitfaden, Informationen zu umgesetzten Projekten, Termine und Kontaktdaten sind im Internet unter www.demokratie-leben-lkl.de veröffentlicht.

Der Koordinierungskreis der Lokalen Partnerschaft für Demokratie im Landkreis Leipzig dankt allen Aktiven, die sich an der Umsetzung der Programmziele beteiligen für Ihr Engagement und wünscht allen Bürgerinnen und Bürgern ein friedvolles Weihnachtsfest und ein ideenreichen Start ins Neue Jahr 2016.

R. Kriz Servicestelle Öffentlichkeitsarbeit LPD / BSW Muldental e.V.

 

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"Geschichten finden statt" Kunstinstallation in Rötha wurde eröffnet

PM I 11.11.15

Am Samstag, den 17.10.2015, eröffnete der Röthaer Bürgermeister Ditmar Haym feierlich die Veranstaltung "Geschichten finden Stadt" des Kulturbahnhof e.V. auf dem Röthaer Marktplatz und übergab die Installation der Künstlerin Ida Schmutz an die Röthaer Bürger_innen.

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Ausgangspunkt für die künstlerische Arbeit und eine Broschüre waren über 80 Geschichten aus der Kindheit und Jugend Röthaer Anwohner_innen, die viele fleißige Helfer_innen in den letzten Wochen und Monaten gesammelt und übersetzt hatten. Bei Punsch und Musik gab es die Möglichkeit, mit der Künstlerin ins Gespräch zu kommen, eigene Geschichten zu erzählen, andere in der Broschüre nachzulesen oder mehrsprachig aus einem kleinen Lautsprecher zu hören. Es hat uns sehr gefreut, dass einige Röthaer die Gelegenheit nutzten, miteinander in Kontakt zu treten und sich mit der künstlerischen Arbeit auseinanderzusetzen. Wir möchten uns sehr herzlich bei allen Freund_innen, Helfer_innen und Vereinen bedanken, die uns tatkräftig unterstützt haben.

Für alle Interessierten gibt es am 05.12.2015, während des Adventsmarktes, noch einmal die Gelegenheit, die Broschüre mit den Geschichten zu erwerben und mit uns in Kontakt zu treten. Wir freuen uns auf Sie!

Ihr Team Kulturbahnhof e.V. 

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Weltoffenes Sachsen für Demokratie und Toleranz

PM | 30.10.15

Über 100 Projekte in 2015  -  Auftakt für Novellierung der Förderrichtlinie

Seit knapp einem Jahr ist das Landesprogramm „Weltoffenes Sachsen für Demokratie und Toleranz“ im Geschäftsbereich der Staatsministerin für Gleichstellung und Integration übergegangen.

Mit dem Doppelhaushalt 2015/ 2016 sind die Fördermittel für die Stärkung der demokratischen Kultur im Programm „Weltoffenes Sachsen für Demokratie und Toleranz“ um mehr als 1,4 Mio. Euro pro Jahr aufgestockt worden. Durch diese Mittel in einer Gesamthöhe von jährlich rund 3,8 Mio. Euro konnten im Jahr 2015 bislang mehr als 100 Projekte in Sachsen gefördert werden. Außerdem wurde die so genannte Extremismusklausel abgeschafft und somit der Praxis des Bundes gefolgt.

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„Die vergangenen Wochen und Monate haben uns besonders deutlich gezeigt, wie wichtig die Arbeit von Vereinen, Verbänden und Initiativen ist, die sich tagtäglich für demokratische Kultur und Vielfalt einsetzen“, betonte die Staatsministerin für Gleichstellung und Integration, Petra Köpping. „Die mehr als 100 Projekte, die jetzt dank der Fördermittel aus dem Landesprogramm Weltoffenes Sachsen realisiert werden können, geben Antworten auf die Frage: Wie können wir die demokratische Kultur in Sachsen stärken?“.

„Unser Auftrag ist es jetzt, die Förderrichtlinie des Landesprogramms an gesell-schaftliche Veränderungen anzupassen und seinen Kern zu bewahren“, erklärte Ministerin Köpping weiter. „Den Auftakt dafür bildete  der heutige Work-shop mit über 80 Teilnehmerinnen und Teilnehmern. Dass wir die Praktiker in die Richtlinienüberarbeitung  einbinden, war mir sehr wichtig.“

Ziele der Novellierung sind:

* Zugänglichkeit zum Programm für kleine Initiativen und Projekte zu stärken

* Finanzierungslücken bei  Jahresübergang abzubauen

* die Höhe der Eigenanteile zu senken

* mehrjährige Förderungsmöglichkeiten zu schaffen

* (Wieder-)Einrichtung eines eigenständigen Beirates aus Wissenschaft, Politik und Zivilgesellschaft, der eine gesamtgesellschaftliche Hand-lungsstrategie entwickelt.

„Gemessen an der Antragslage hätten wir auch die doppelte Höhe der veran-schlagten Fördermittel ausreichen können“, erklärt die Ministerin weiter. Die Vielfalt der geförderten Projekte, von ehrenamtlichen Initiativen bis hin zu hochprofessionellen und enorm qualifizierten Projektstrukturen, zeige das breite Engagement vieler Menschen und die Notwendigkeit für das demokratische Gemeinwesen und für eine echte Willkommenskultur gegenüber Fremden.

Rückfragen an Pressesprecherin Katja Mäder: mailto:pressegi@sms.sachsen.de

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Eine Pflichtaufgabe und eine Chance zugleich

LVZ Roger Dietze | 05.10.2015

Brandiser feiern interkulturelles Fest im Zeichen der baldigen Ankunft von 120 Flüchtlingen

Brandis. In Brandis richtet man sich auf die baldige Ankunft von rund 120 Flüchtlingen ein. Nicht nur hinter den Kulissen, sondern auch davor. "Brandis - Vielfalt gewinnt" war der Titel eines interkulturellen Festes, zu dem das Forum für Demokratie und Vielfalt am Tag der Deutschen Einheit in die Musikarche eingeladen hatte. Auf dem Programm standen thematische Angebote für Kinder und Jugendliche, eine Lesung für Erwachsene mit dem Spiegel-Bestseller "Tante Semra im Leberkäseland" von Lale Akgün sowie der Lebensbericht des Peruaners Aldo B. Castillo-Ledesma, der in Leipzig eine zweite Heimat gefunden hat. Wie es sich für den Veranstaltungsort gehört, waren alle Programmpunkte entsprechend musikalisch eingerahmt.


Angebote für Groß und Klein: Geschichtenerzählerin Christina Zerfeld war beim interkulturellen Fest in der Musikarche ein aufmerksames Publikum sicher. Foto: Roger Dietze



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Das Fest markierte den vorläufigen Höhepunkt des Wirkens des Forums in Brandis seit seiner Gründung vor vier Jahren. Seitdem hat der lose Zusammenschluss von Brandisern, die sich in und für ihre Stadt engagieren möchten, unter anderem die Parkbühne neu gestaltet, eine Reinigungsaktion in der Stadt initiiert sowie eine Podiumsdiskussion durchgeführt. Im Frühsommer schließlich lud das Forum zu der Veranstaltung "Mein Nachbar ist Asylbewerber" unter Beteiligung der sächsischen Staatsministerin für Gleichstellung und Integration, Petra Köpping (SPD), ein. Bei dieser Gelegenheit war es auch zur Gründung eines Flüchtlingsnetzwerkes gekommen, das laut Forum-Sprecher Markus Bergforth eine aktive Rolle bei der Integration der rund 120 erwarteten Asylbewerber zu spielen vorhat. "Dass die Sache jetzt offensichtlich auf eine Sammelunterkunft in Beucha hinausläuft, ist zwar nicht in unserem Interesse, aber zumindest scheint die Wahl auf ein zentrales und verkehrsgünstiges Gebäude gefallen zu sein", so der SPD-Fraktionsvorsitzende im Brandiser Stadtrat. Wie reibungslos der Integrationsprozess vonstatten gehen wird, vermöge zwar selbstredend auch er nicht vorauszusagen, er sei jedoch hoffnungsvoll, dass sich die Brandiser und Beuchaer der gesamtgesellschaftlichen Aufgabe annehmen werden. Eine Alternative, ergänzt Bürgermeister Arno Jesse (SPD), sei auch gar nicht existent. "Uns bleibt nichts anderes übrig, als uns der Herausforderung zu stellen, wobei es an uns als Kommune ist, den Bürgern zu vermitteln, dass die Unterbringung der Flüchtlinge zum einen eine Pflichtaufgabe ist und dass sie andererseits auch Chancen birgt. "Gleichwohl ist es auch Fakt, dass unsere Verwaltung jetzt schon am Limit arbeitet und kein Geld für zusätzliche Aufgaben vorhanden ist", so Jesse, der sich um so dankbarer über das Engagement des Forums zeigt. Und auch seitens des Landkreises ist laut dem Bürgermeister die erste konkrete Hilfestellung signalisiert worden. "Im Gespräch mit meinem Borsdorfer Amtskollegen hat Landrat Henry Graichen zwei Sozialarbeiter für die beiden Kommunen zugesagt."

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Colditzer und Flüchtlinge beten gemeinsam für Frieden

02.09.2015 | PM Frank Schmidt 

Bürgermeister Schmiedel: Wir dürfen uns gegenüber Schutzsuchenden nicht verschließen

Colditz. "Richte unsere Füße auf den Weg des Friedens". Mit diesen Worten begrüßte Pfarrerin Angela Lau am Dienstagabend die Besucher eines ökumenischen Friedensgebets in der Colditzer Stadtkirche St. Egidien. Das Datum, 1. September, war nicht von ungefähr gewählt worden - Weltfriedenstag.

Im Friedensgebet: Colditz rückt zusammen, um ein Zeichen gegen Ausländerhass und Fremdenfeindlichkeit zu setzen. Foto: Frank Schmidt

"Vor etwa acht Jahren hatten wir in Colditz Probleme mit rechtsradikalen Tendenzen. Und wir als Kirchgemeinde haben daraufhin gesagt, unsere Antwort ist das Gebet", blickt die Pfarrerin auf die Anfänge der traditionellen Friedensgebete in Colditz zurück. "Wir wollen um Frieden bitten mit unseren Nächsten, um Einsicht und Toleranz.

 

 


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Auch wenn uns die Meinung Andersdenkender nicht passt. Um das auf demokratischer Ebene zum Ausdruck bringen zu können, hat sich ein Colditzer Bündnis gebildet." In diesem Gremium habe man auch Weiterbildungen und Seminare zu diesem Thema beim Kulturbüro Sachsen besucht, um sich bei Konfrontationen richtig und friedvoll zu verhalten. "Man kann ja die fremdenfeindliche Gesinnung nicht bekämpfen - das wäre auch Gewalt, die wir grundsätzlich ablehnen."
Bürgermeister Matthias Schmiedel ist überzeugt, dass die Gebete erhört worden sind. "Das hat jedoch auch mit rechtslastigen Personen zu tun, die nicht mehr in der Stadt sind - das muss man klar sagen", so das Stadtoberhaupt.
Die Friedensgebete gewinnen aktuell mit der großen Flüchtlingsproblematik eine neue Bedeutung. "Wir erleben in Deutschland gerade den rasanten Anstieg der Anzahl der Schutzsuchenden, und wir dürfen uns diesem starken Verlangen nicht verschließen", mahnt Schmiedel. Auch deshalb haben die Stadt, die Kirche und das Colditzer Bündnis die bereits dort lebenden Asylbewerber zum Friedensgebet eingeladen. Einige Menschen aus Eritrea sind der Einladung gefolgt.
Pfarrer Andreas Leuschner von der katholischen Kirche spricht von einer "Umbruchsituation", wie es sie in ähnlicher Form vor 25 Jahren vor der Wiedervereinigung schon einmal gegeben hat, als Tausende DDR-Bürger über Prag und die ungarische Grenze in die Bundesrepublik flohen. "Die Menschen damals - unsere Landsleute - erlebten auch Flüchtlingszüge und erlebten die Aufnahme in die Gesellschaft. Gleichermaßen erinnern wir daran, wie nach Kriegsende Flüchtlinge und Vertriebene, die aus Schlesien und dem Sudetenland zu uns kamen, aufgenommen wurden und Wurzeln schlugen. Sie und ihre Nachfahren leben und arbeiten hier, gehören hierher."
"Es gibt Gott sei Dank in Deutschland eine ausgeprägte Willkommenskultur", sagt Elke Wünscher in ihrer Andacht. Doch sie erinnert auch an Fremdenfeindlichkeit und verdeckten Ausländerhass, Anschläge auf Asylbewerberheime und Pöbeleien gegen Ausländer. "Wir möchten uns davon deutlich distanzieren und die in Colditz lebenden Ausländer zum Miteinander einladen."
Als ein Beispiel der Willkommenskultur nennt Katrin Rives das im Mai gefeierte Stadtjubiläum. "Mit beglückenden Erfahrungen gelang es, Grenzen, Vorbehalte und Barrieren zu überwinden." Und Cornelia Kasten animiert dazu, "mal die Stadt Colditz mit dem Blick eines Fremden zu sehen. Dann sehen wir, wie schön unsere Stadt ist."

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Iraner macht mobil: Fahrräder für Flüchtlinge

LVZ Haig Latchinian | 29./30.08.2015

Seit dem Jahr 2000 lebt er in Deutschland und ist inzwischen gut integriert. Doch Bahram Bahrami (45) ist das Schicksal der nächsten Generation von Asylbewerbern nicht egal. Jeden Mittwoch repariert er Fahrräder auf dem Gelände der Alten Rollschuhbahn in Bad Lausick. Der Iraner, Taxifahrer in Leipzig, weiß aus eigener Erfahrung: Es sind immer wieder Kriege, die Menschen zur Flucht zwingen.

Der Mann mit den goldenen Händen: Der Iraner Bahram Bahrami ist ein geschickter Mechaniker. Fotos: Andreas Döring


Sein Name klingt wie der eines Zirkusdirektors mit Zylinder und Zwirbelbart - Bahram Bahrami. Und doch lässt er keine Mäuse verschwinden, kündigt keine Clowns an und kann schon gar nicht Frieden herbei zaubern. Dabei würde er es allzu gern. Dann könnte er wieder zurück in seine Heimat.

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Der Iraner sieht Kriege als Hauptgrund für die neue Völkerwanderung. Wer schon einmal um sein Leben gefürchtet habe, verstehe, warum er und die anderen hier seien, sagt Bahrami und führt als Beispiel einen alten Mann aus Ostpreußen an: "Der hatte mir freundschaftlich die Hand gereicht. Seine Familie sei vor 70 Jahren nicht mit offenen Armen empfangen worden. Den Kindern in der Schule habe man gesagt, die Flüchtlinge aus dem Osten machten ihnen das Brot streitig."
45 Jahre alt ist Bahram Bahrami. Das heißt, eigentlich sei er erst 23. "Ich zähle nur die Zeit als wirklich gelebt, in der ich die Augen offen hatte." Die Augen öffnen möchte er auch anderen. Leuten, die in Flüchtlingen vor allem Kriminelle, Schmarotzer - eben eine Gefahr - sehen. Er weiß, wovon er spricht. Seit dem Jahr 2000 ist er in Deutschland. Ja, auch er wurde schon verprügelt. Was aber nichts daran ändere, dass er gern in Sachsen lebe, in Wurzen und Grimma viele Freunde habe, in seiner Freizeit am liebsten Radtouren unternehme. Inzwischen ist er anerkannter Flüchtling, arbeitet als Taxifahrer in Leipzig und repariert einmal in der Woche in Bad Lausick Fahrräder für Asylbewerber.
Andreas Rauhut (42) vom Kinder- und Jugendring des Landkreises Leipzig lobt den Iraner in den höchsten Tönen. "Jeden Mittwoch von 11 bis 17 Uhr ist er hier auf der Alten Rollschuhbahn und schraubt mit Flüchtlingen aus umliegenden Heimen." An dem traditionsreichen Ort, an dem damals sogar Eisläufer aus Karl-Marx-Stadt trainierten, wucherte im Vorjahr noch das Unkraut. Bis Jugendliche aus Bad Lausick anfingen, das Areal nach ihren Vorstellungen umzugestalten. Dabei versetzten sie ganze Berge. Inzwischen ist die Dirtbikestrecke eröffnet, auf der sie mit BMX-Rädern über Stock und Stein crossen. Weil dabei so mancher Platten unausweichlich ist, wird gleich vor Ort repariert. "Von Anfang an war es unser Ziel, den ehemaligen Schuppen auszubauen und ihn als Werkstatt auch Asylbewerbern anzubieten", sagt Silke Polster (46) vom Kinder- und Jugendring, der den Sportplatz an der Glastener Straße für zunächst fünf Jahre gepachtet hat.
Nach wie vor würden Fahrräder und Ersatzteile gebraucht - genauso wie handwerklich begabte Helfer. Wer sich einbringen möchte, könne sich unter der Telefonnummer 0177/ 5 08 50 09 melden.
Bahram Bahrami kann nur zu gut verstehen, wie wichtig Räder für die jungen Flüchtlinge sind. Als jüngstes von zwölf Geschwistern radelte er früher jeden Tag in die Schule. Er lebte in einer Stadt im Norden des Iran, direkt am Kaspischen Meer. Er spielte Fußball, sang in der Band und studierte Theaterstücke ein. Frühzeitig ging er bei seinem älteren Bruder in die Uhrmacherlehre. Als er in die Armee einberufen wurde, gab ihm sein Vater mit auf den Weg, die Waffe zu verweigern, sobald er aufgefordert werde, auf jemanden zu schießen: "Sonst brauche ich nie mehr heim zu kommen und sei auch nicht mehr sein Sohn." Er musste nie schießen. Zum Glück. Und doch rebellierte er. Der Bauzeichner engagierte sich politisch, verteilte Flugblätter und riskierte immer mehr. Irgendwann musste er fliehen. Inzwischen lebt seine Familie auf der ganzen Welt verstreut - von Schweden bis Kanada, von Italien bis Leipzig.
Zusammen mit dem 20-jährigen Bad Lausicker Paul Sprenger flickt er Schläuche, kontrolliert Bremsen und beult Achten aus. Seine Aufgabe ist es, die Flüchtlinge in die Reparatur mit einzubeziehen, sie anzuleiten. Die Nachfrage nach Rädern ist riesig, sagt die 36-jährige Cornelia Klingner vom Flexiblen Jugendmanagement. Seit April, als die Werkstatt eröffnet wurde, konnten 60 Räder an die Frau und den Mann gebracht werden. Unterstützt werde das Projekt vom Förderprogramm Lokale Partnerschaften für Demokratie.

Übergabe, Übernahme: Der Groitzscher Bauhof-Mitarbeiter Benjamin Schulze (33) lädt Räder mit Mängeln ab und nimmt reparierte Drahtesel in Empfang


Benjamin Schulze (33) vom Bauhof der Stadt Groitzsch fährt mit dem Transporter vor. Er lädt acht reparierte Fahrräder auf, die demnächst an Asylbewerber gehen. Im Gegenzug bringt er zehn zu reparierende Räder, die die Groitzscher für den guten Zweck gespendet haben.
Bahram Bahrami hat alle Hände voll zu tun. Denn nacheinander treffen nun die ersten Flüchtlinge mit ihren Drahteseln ein: Hussein Mohammed (27) aus Syrien und Imet Ali (32) aus Libyen. Beide wohnen in Kitzscher, beide sind aufs Rad angewiesen. Auch Fisseha Berhane, der 23-jährige Journalistikstudent aus Eritrea, schiebt sein kaputtes Rad aufs Gelände. Er flüchtete von der Küste Nordafrikas in einem besseren Schlauchboot. "Wir waren 300 Leute, wurden von einer italienischen Patrouille gerettet", sagt der junge Mann aus Elbisbach, der sich auf seinen bald beginnenden Deutschkurs freut.
Und Bahram Bahrami wird doch noch zum Star in der Manege. Der Mann mit den goldenen Händen - so oder ähnlich müsste er als große Attraktion gepriesen werden. Er aber winkt nur ab, will keinen großen Rummel um seine Person. Zwar kann der Minijobber nach wie vor keinen Frieden zaubern, dafür aber macht er im Handumdrehen einmal mehr zahlreiche Fahrräder flott.

 

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Vielfalt-Mediathek wird fortgeführt

LKL | 21.04.2015

Die Vielfalt-Mediathek (www.vielfalt-mediathek.de) wird auch im Bundesprogramm „Demokratie leben!“ fortgeführt. Für diejenigen, die uns noch nicht kennen, würden wir gerne unser Projekt zum Start des neuen Programms „Demokratie leben!“ vorstellen: Seit 2006 sammelt und archiviert die Vielfalt- Mediathek des IDA e. V. zusammen mit dem DGB Bildungswerk als einzige Institution die vielen Materialien der Bundesprogramme gegen Rechtsextremismus, Antisemitismus und Rassismus und macht sie einer breiten Öffentlichkeit zugänglich. Auf diese Weise wird auch die Nachhaltigkeit der Materialien und Projekte gesichert. Die Nutzer_innen können die Inhalte und Materialien kostenlos abrufen und ausleihen. Die Vernetzung möglicher Kooperationspartner wird dadurch ebenfalls gefördert.

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Viele Interessierte besuchen unsere Seite und nutzen die erarbeiteten Materialien und Publikationen der Vorgängerprogramme für ihre eigene Arbeit. Wir würden uns daher sehr freuen, wenn auch Materialien von Ihnen, die im Rahmen des Programms „Demokratie leben!“ entstehen, einen festen Platz bei uns in der Mediathek einnehmen und sie dadurch langfristig einer breiten Öffentlichkeit zugänglich sind. Wir bitten Sie, uns alle Materialien, egal ob Filme, Musik, Publikationen o. Ä., die in den nächsten Jahren entstehen, in dreifacher Ausführung zuzusenden. Auch Materialien der Einzelprojekte (Partnerschaften für Demokratie), nehmen wir gerne auf. Wenn Sie noch Materialien aus den Vorgängerprogrammen haben, die noch nicht in die Vielfalt-Mediathek aufgenommen wurden, bitten wir Sie, uns diese ebenfalls zuzusenden. Für Rückfragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung. Weitere Informationen finden Sie auf unserer Homepage www.vielfalt-mediathek.de.

 

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„Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ im Landkreis Leipzig

Die ersten Schulen im Landkreis haben sich auf den Weg gemacht und weitere werden folgen!

„Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ (SoR-SmC) ist ein Projekt von und für Schüler/innen, die gegen alle Formen von Diskriminierung, insbesondere Rassismus, aktiv vorgehen und einen Beitrag zu einer gewaltfreien, demokratischen Gesellschaft leisten wollen. In Sachsen sind 59 Schulen im Netzwerk dabei.

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Kernstück des Projekts ist das Selbstverständnis von SoR-SmC:

1.       Ich werde mich dafür einsetzen, dass es zu einer zentralen Aufgabe einer Schule wird, nachhaltige und langfristige Projekte, Aktivitäten und Initiativen zu entwickeln, um Diskriminierungen, insbesondere Rassismus, zu überwinden.

2.       Wenn an meiner Schule Gewalt, diskriminierende Äußerungen oder Handlungen ausgeübt werden, wende ich mich dagegen und setze mich dafür ein, dass wir in einer offenen Auseinandersetzung mit diesem Problem gemeinsam Wege finden, uns zukünftig zu achten.

3.       Ich setze mich dafür ein, dass an meiner Schule ein Mal pro Jahr ein Projekt zum Thema Diskriminierungen durchgeführt wird, um langfristig gegen jegliche Form von Diskriminierung, insbesondere Rassismus, vorzugehen.

Wenn mindestens 70% aller Menschen an einer Schule - Schüler/innen, Lehrer/innen, Sozialarbeiter/innen, Hausmeister und Küchenpersonal etc. – sich bereit erklären, dieses Selbstverständnis mit Leben zu füllen, können sie den Titel erwerben und damit ein Zeichen gegen Diskriminierung setzen.

Es gibt in Sachsen derzeit 59 Schulen (Stand März 2015). Bis Februar gab es im Landkreis Leipzig jedoch keine einzige! Das ist mit der ersten Titelverleihung am St.-Augustin-Gymnasium nun nicht mehr so. Am 6. März fand hier die Titelverleihung statt. Wir gratulieren hiermit nochmals ganz herzlich zum Titel und freuen uns, das St.-Augustin-Gymnasium mit seiner Schüler/innen-Initiative „St.-Augustin denkt bunt“ im Netzwerk der Schulen ohne Rassismus zu begrüßen!

Zum ganzen Artikel hier klicken!

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Vorträge zur Lebenssituation von Asylsuchenden und Geflüchteten im Landkreis Leipzig

Der Verein Bon Courage e.V. aus Borna erhält in diesem Jahr im Rahmen der veröffentlichten Broschüre „Von außen sieht es nicht so schlimm aus…aber das ist ein Trick“ eine Projektförderung vom Lokalen Aktionsplan für die Durchführung von Vorträgen zur Lebenssituation von Asylsuchenden und Geflüchteten im Landkreis Leipzig.

Mit solch einem Vortrag möchten wir im Landkreis Leipzig nun auf 'Tour gehen'.

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Gemeinsam mit Asylsuchenden aus dem Landkreis Leipzig haben wir in den vergangenen Monaten den Vortrag konzipiert. Während Vereinsmitglieder darin zunächst einen Überblick über den Ablauf des deutschen Asylverfahrens sowie allgemeine Informationen zur rechtlichen Stellung von Geflüchteten in Deutschland geben, sprechen Asylsuchende im Weiteren über die Herausforderungen, mit denen sie sich täglich konfrontiert sehen. Hierbei heben sie besonders jene Probleme hervor, die durch die Unterbringung in Asylsuchenden-Sammellagern, der Versorgung mit Wertgutscheinen oder mangelnden Sprachkursangeboten entstehen.

Der Vortrag bietet die Möglichkeit, offene Fragen zum Thema ‚Asyl‘ anzusprechen, mit Asylsuchenden ins Gespräch zu kommen und gemeinsam über Verbesserungsmöglichkeiten zu diskutieren. Der Vortrag ist flexibel gestaltet, so dass spezielle Wünsche zu inhaltlichen Schwerpunkten berücksichtigt werden können. Projektansprechpartnerin ist Sandra Münch und sie steht nicht nur für weitere Fragen zur Verfügung, sondern wird in Absprache und gemeinsam mit Ihnen/euch den Vortrag organisieren.

Informationen zu den Konditionen:

·         Alle Honorar- und Reisekosten sowie Gebühren für die Raummiete können über das Projekt bzw. unseren Verein abgerechnet werden. Daher müssen keine zusätzlichen Kosten eingeplant werden.

·         Wir würden es begrüßen, wenn wir bei der Suche nach adäquaten Räumlichkeiten unterstützt werden.

·         Die Projektförderung endet vorläufig zum Jahresende und deshalb ist ein Termin im Oktober, November oder Dezember zu begrüßen (sollte dies nicht möglich sein, findet sich mit Sicherheit eine Möglichkeit).

·         Für den Vortrag sollten mindestens 1 ½ bis 2 Stunden eingeplant werden.

Haben Sie/Habt ihr Interesse? Dann laden Sie/ladet uns ein! Kontaktieren Sie/Kontaktiert uns über info@boncourage.de oder 0157/75176855. Weitere Informationen finden sich auch unter www.boncourage.de oder im Facebook. 

Über eine Einladung freuen sich,

Asylsuchende aus dem Landkreis Leipzig und

das Team von Bon Courage e.V.

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