Aktuelles

Betroffene rassistischer Gewalt haben eine Stimme!

PM 01.12.2017 | Bon Courage

Gemeinsame Pressemitteilung vom Bon Courage e.V. und der RAA Opferberatung „Support“ zur Veröffentlichung eines Aufklärungsvideos für Opfer rassistischer Gewalt

Im Jahr 2015 zählte die Opferberatung „Support“ der RAA Sachsen eV. 56 rassistisch und rechtsmotivierte Angriffe im Landkreis Leipzig, im darauffolgenden Jahr waren es in der Zahl 45. In dem vor kurzem veröffentlichen Video berichten vier dieser Betroffenen anonymisiert von ihren Erlebnissen und Erfahrungen als Betroffene und sensibilisieren damit für die verschiedenen Erscheinungsformen rassistischer Gewalt.

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Die Idee zur Produktion eines Videos entstand im Rahmen der Konferenz zur Stärkung der Teilhabe von Geflüchteten, welche im November 2016 in Borna stattfand und wo ein hoher Bedarf an Aufklärungsarbeit für Betroffenengruppen rassistischer und rechtsmotivierter Gewalt deutlich wurde. In Kooperation arbeiteten Bon Courage e.V., die Opferberatung „Support“ der RAA Sachsen e.V. sowie die Medienproduktionsfirma Melting Rox ein Jahr an der Fertigstellung eines Aufklärungsvideos, mit dem ein niederschwelliger Informationszugang für potenzielle Betroffene gewährleistet und ihnen verschiedene Unterstützungs- und Handlungsmöglichkeiten aufgezeigt werden sollen. Durch die Verfügbarkeit des Videos in Russisch, Urdu, Arabisch, Farsi und Tigrinya soll ein breiter Zugang sichergestellt werden.

Die vier Protagonist_innen berichten ferner über ihren persönlichen Umgang mit dem traumatisierenden Erlebnis, z.B. wie sie den Kontakt zur Opferberatung gefunden, für welche Form der Unterstützung sie sich entschieden und inwieweit sie sich rechtlich zur Wehr gesetzt haben. Sie zeigen damit eine große Bandbreite an Handlungsmöglichkeiten auf und dass jedes Opfer selbst entscheiden kann, welchen Weg es gehen möchte. Das Beratungsangebot bzw. die Unterstützungsmöglichkeiten durch die Opferberatung werden an verschiedenen Stellen betont. Außerdem werden wichtige Notrufnummern und Kontakte eingeblendet.

Das Video „Rassistische Gewalt – Was tun?“ kann auf YouTube unter https://www.youtube.com/watch?v=NnTN9eD8-F4&t=56s in den verschiedenen Sprachen abgerufen werden.

Für die Bekanntmachung und Verbreitung des Videos unter Menschen mit Migrations-/Fluchtgeschichte sind wir dankbar.

Das Projekt wurde durch die Lokale Partnerschaft für Demokratie und die Stiftung :do gefördert. Ein besonderer Dank gilt den mutigen Protagonist_innen und den Sprachmittler_innen.

Kontakt:

Bon Courage e.V.
Kirchstraße 20-24
04552 Borna
info@boncourage.de
0157/75176855

RAA Opferberatung „Support“, Büro Leipzig
opferberatung.leipzig@raa-sachsen.de
0341/2 25 49 57

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Gedenkstättenfahrt nach Auschwitz und Krakau im Zeitraum vom 28. März bis 02. April 2018

PM 02.11.2017 | Bon Courage

Anmeldeformular für die Gedenkstättenfahrt nach Auschwitz und Krakau im Zeitraum vom 28. März bis 02. April 2018 Auch im Jahr 2018 organisiert der aus Borna bei Leipzig stammende Verein Bon Courage e.V. eine sechstägige Gedenkstättenfahrt in das ehemalige Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz. Während ihres Aufenthalts werden die Teilnehmenden die Möglichkeit erhalten, sich auf methodisch vielfältige Weise tiefgründig mit dem Themenkomplex des Holocausts bzw. der Shoa auseinanderzusetzen. Professionelle Führungen durch das ehemalige Stammlager Auschwitz sowie das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau werden hierbei ebenso Grundlage der Auseinandersetzung sein, wie der individuelle Besuch der im Stammlager zu besichtigenden Länderausstellungen, der themenbezogenen Kunstausstellung in Harmęże oder der Fabrik Oskar Schindlers in Krakau.

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Hinzu kommen verschiedene Workshops, in deren Verlauf einzelne Aspekte der Holocaustforschung genauer untersucht werden sollen. Um den Teilnehmer_innen die Möglichkeit zu bieten, sich über die am Tag gesammelten Informationen und Eindrücke untereinander auszutauschen, finden jeden Abend Reflexionsrunden in Kleingruppen statt. Damit die eigene finanzielle Lage kein Hindernis an einer Teilnahme darstellt, bitten wir jedes Jahr regionale sowie bundesweite Institutionen um finanzielle Unterstützung. Über den genauen Kostenpunkt können wir uns derzeit nicht äußern, da die meisten Institutionen das Geld erst nach der Fahrt überweisen. Deshalb werden alle Teilnehmenden darum gebeten, einen vorläufigen Betrag in Höhe von 200 Euro zu überweisen. Sobald wir alle Fördergelder erhalten haben, werden diese auf die Teilnehmer_innen aufgeteilt und ausgezahlt, so dass eine Teilnahme unter 100 Euro durchaus möglich ist. Wem die Vorauszahlung in Höhe von 200 Euro nicht möglich ist, kann sich gerne bei uns melden. Wir finden gemeinsam eine Lösung, da Geld unserer Meinung nach den Zutritt zu Bildungsangeboten nicht versperren darf! Bitte scheut euch nicht davor, uns zu kontaktieren und eventuell vorhandene Fragen zu stellen. Auf unserer Homepage (www.boncourage.de) findet ihr unter dem Link „Projekte“ verschiedene Berichte zu vergangenen Gedenkstättenfahrten. Wir würden uns sehr darüber freuen, euch im Rahmen der Fahrt kennen zu lernen.

Euer Bon Courage-Team

Anmeldeformular

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Interkulturelle Kompetenz in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen - Kompakt-Seminar -

PM 19.10.2017 | kjr-ll

Einladung zum Kompakt-Seminar: Interkulturelle Kompetenz in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen am 21. November von 10.30 bis 16.30 Uhr in Bad Lausick

Die Arbeit mit geflüchteten Jugendlichen erfordert den konstruktiven Umgang mit Verschieden-heit, Vorurteilen, Ängsten und Sozialisationserfahrungen. Interkulturelle Begegnung stellt Fach-kräfte und AdressatInnen gleichermaßen vor Herausforderungen und konfrontiert uns mit Fragen, auf die wir zum Teil (noch!) keine Antwort oder Erklärung haben. Das Seminar will Euch bzw. Eure Einrichtung methodisch und praktisch ein Stück auf dem Weg zur interkulturellen Öffnung begleiten und bietet eine Plattform zum offenen Dialog.

 

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Seminarskizze Ein wenig Theorie zu Beginn – Interkulturelle Kompetenz als Schlüsselkompetenz Einblicke in theoretische Hintergründe & Ansätze (zur weiteren Befassung - Handout)

Reflektion und praktische Tipps – Was bedeutet interkulturelle Arbeit im Arbeitsalltag…

für mich als Fachkraft? (Wie gehe ich mit meinen Ängsten & Vorurteilen um?)
für die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen? (Erfahrungen innerhalb der Seminargruppe?)
für meine Institution bzw. meinen Verein? (Welche Veränderungen braucht es (nicht)?)

Methoden und Beispiele – Wie gestalte ich interkulturelles Miteinander?

Sensibilisierung der BesucherInnen (bspw. Zitronen-Übung, Zuckerturm-Bau, Insel Albatros)  Interkulturelle Verständigung (bspw. Typisch deutsch…?, Meine Welt – Deine Welt?!)
Umgang mit Konflikten (bspw. Aktiv zuhören, Perspektivwechsel, Worte haben Wirkung)

Referentin: Andrea Gaede (Landesverband Soziokultur Sachsen e.V.)

Ort: Gemeindehaus der Kath. Pfarrgemeinde St. Benno Bad Lausick, Bahnhofstr. 14

TN-Gebühr: 20,00 EUR (inkl. Imbiss und Getränke)

Anmeldung: bis 13.11.2017 unter 034345-559735 oder info@kjr-ll.de Kinder- und Jugendring Landkreis Leipzig e.V.

Sitz: Bad Lausick, Turnerstraße 1 a

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Auf Tuchfühlung mit Vorurteilen

PM 18.10.2017 I Ingo Stange

Jugendliche mit Fluchthintergrund und ehrenamtliche Helfer_innen entwickeln Plakatkampagne zum Thema Vorurteile.

Wurzen, 18.10.2017: Unter dem Titel „Aufmerksam machen – Diskussion anbieten – Vorurteile abbauen“ werden ab dem 23. Oktober 2017 rund 200 Plakate in der Stadt Wurzen ausgestellt. In kreativen Workshops entwickelten 25 Wurzener und Wurzenerinnen, darunter viele Geflüchtete, zwischen 15 und 70 Jahren von Mai bis Juli Plakatslogans für ein Projekt des Netzwerks für Demokratische Kultur e.V..

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Durch Fragen wie „Ab wann bin ich hier kein Gast mehr?“ oder „Warum schaust du mich so an?“ werden Stereotype und Wertungen kritisch aufgegriffen. „Gesellschaftliche Vorurteile werden dabei aus der Perspektive betroffener Menschen beleuchtet und regen zum Nachdenken über die Wirkungskraft von Vorurteilen an“, sagt Projektkoordinatorin Laura Rieger. Sie ergänzt: "Im Kontrast dazu steht das Plakatlayout im klassischen Sticktuch-Design, welches auch an Wurzens Geschichte der Teppichherstellung erinnern lässt. Neue und aktuelle gesellschaftliche Fragen treffen somit auf altbekanntes, traditionelles Design."

Die Plakate verbleiben für vier Wochen im Wurzener Stadtraum und werden begleitet von einer interaktiven Ausstellung zu Fluchterfahrungen. Das Ankommen wird zum übergreifenden Thema in einer Mischung aus vielseitigen Erlebnissen und Emotionen von geflüchteten Menschen, die dennoch oftmals auf ein "fremd-sein" reduziert werden. Die Ausstellung lädt die Wurzener Gesellschaft ein, miteinander ins Gespräch zu kommen.

Das Projekt wird gefördert durch die Stiftung :do, die Robert Bosch Stiftung im Rahmen der Aktionen für eine Offene Gesellschaft, dem Landesprogramm Weltoffenes Sachsen für Demokratie und Toleranz. In Kooperation mit dem Kulturbahnhof Markkleeberg.
 

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Musik der Welt – eine Wahlantwort

LVZ  02.10.2017 | Roger Dietze

Brandis/Polenz. Natürlich war es Zufall, dass keine Woche nach der Bundestagswahl Adam Jones und seine Frau Mariko Mitsuyu am Sonnabend auf ihren Polenzer Dreiseithof zu der Veranstaltung „Musik der Welt“ einluden. Aber das Kontrastprogramm zum politischen Erdbeben zwischen Flensburg und Oberstdorf hätte nicht größer sein können.

Und selbstredend spielte das Erstarken der rechten politischen Kräfte auch beim zweiten von dem polyglotten Paar in diesem Jahr veranstalteten Hoffest eine Rolle. „Ich verfolge die Entwicklung in Deutschland mit Sorge“, so der emeritierte Afrikanistik-Professor aus der Nähe des südostenglischen Canterbury. „Seit März besitze ich die deutsche Staatsbürgerschaft, und ich hatte sie nicht zuletzt deshalb beantragt, weil ich das Land für eine Insel der Vernunft hielt“, so der End-Sechziger, der gleichwohl die Beantragung der doppelten Staatsbürgerschaft nach eigenem Bekunden nicht bereut. „Ich habe bei aller Sorge noch Hoffnung“, so der Inhaber eines Cellolehrer-Diploms, der vorgestern seine Gäste mit den Worten begrüßte, dass Polenz nicht nur Teil der deutschen Leitkultur, sondern auch Teil der Welt sei.

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Diese Welt war musikalisch im Rahmen der Interkulturellen Wochen auf Jones’ Dreiseithof zu Gast. In Person des aus dem Kongo stammenden Berufsmusikers Dolus Mutombo (Gitarre) und Joram Tarusarira, eines an der niederländischen Universität Groningen Religionssoziologie lehrenden Simbabwers, der die Polenzer Weltmusik-Gäste mit Improvisationen auf dem Mbira, einem afrikanischen Zupfinstrument, erfreute. Komplettiert wurden die Reihen der Weltmusik-Akteure von Jones’ japanischer Gattin Mariko Mitsuyul, die ihre singende Landsfrau Masako Furuta am Flügel begleitete, ferner von den beiden Chinesinnen Shiying Hao und Saiyare Aytam, (chinesische Zither und uigurische Langhalslaute) sowie dem ebenfalls aus dem Reich der Mitte stammenden Jian Guo Lu, der in Polenz die zweisaitige Geige Erhu sowie die Kürbisflöte Hutusi anstimmte.

„Weil unsere internationalen Musikkontakte mittlerweile so umfangreich sind, haben wir uns in diesem Jahr dazu entschlossen, unserem Sommer-Hoffest eine zweite Veranstaltung folgen zu lassen“, so Adam Jones. Dabei finanziell unterstützt wurden der Brite mit deutschem Pass und sein Polenzer Verein Einigkeit 4 von der Lokalen Partnerschaft für Demokratie sowie der Stadt Brandis. Von diesen beiden Seiten erhofft sich der emeritierte Afrikanistik-Professor auch künftig Unterstützung bei „Musik der Welt“. „Ich habe einiges Geld in einen Werbebanner für diese Veranstaltung investiert, weshalb ich schon deshalb im nächsten Jahr zu einer Neuauflage gezwungen bin“, so Adam Jones augenzwinkernd.

Apropos Geld: Das seinige, gesteht der Dreiseithof-Besitzer, sei vollständig in die Sanierung des Ensembles geflossen. „Es gäbe natürlich noch genügend zu tun, aber realistischerweise wäre das nur im Fall eines Lottogewinns möglich“, so Jones, der sich gemeinsam mit seiner Frau intensiv Gedanken um die Zukunft seines Lebenswerkes macht. Weil das Paar kinderlos ist und damit vor der Dokumentensammlung wie vor dem gesamten Hof und den mit diesem untrennbar verbundenen Vereins- und Kulturaktivitäten eine ungewisse Zukunft liegt, tragen sich die beiden mit dem Gedanken, die ganze Sache in eine Stiftung zu überführen. „Weil es uns dafür am nötigen Kapital ermangelt, haben wir bereits den Kontakt zur Deutschen Stiftung Denkmalschutz gesucht.“

 

 

 

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Wurzener Lehrerin: Es gibt noch zu wenig Zivilcourage

LVZ 29.09.2017 | Haig Latchinian

Heike Krause begleitet seit zwei Jahren junge Eritreer und wirbt um mehr Verständnis

Wurzen. Es seien ganz bestimmt nicht die Waschbären, die in der Wenceslaigasse die gelben Säcke zerpflückten: „Die werden regelmäßig aufgeschlitzt, das sieht man sehr genau.“ Heike Krause betreut seit zwei Jahren zehn junge Eritreer. Sie bekomme aus nächster Nähe mit, wie schwer es ihre farbigen Schützlinge fern der Heimat hätten, sagt die Wurzener Gymnasiallehrerin. Sie saß auf dem Podium des gut besuchten Gesprächsabends im Wurzener Kultur- und Bürgerzentrum. Titel: „Rassistische Gewalt und schweigende Mehrheit im Landkreis Leipzig“.

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Ob es in Wurzen wirklich so viele Nazis gebe, werde sie immer wieder gefragt: „Nein, sie sind natürlich in der Minderheit“, antwortet die ehrenamtliche Betreuerin und fügt hinzu: „Die Mehrheit schweigt aber all zu oft. Es gibt zu wenig Zivilcourage.“ Als Beispiel nennt sie einen Vorfall im Supermarkt: „Der von Flüchtlingen aufs Band gelegte Einkauf wurde runter geworfen. Und die Umstehenden? Schauten nur zu, griffen nicht ein.“ Ausdrücke wie „Schwarzes Schwein“ hätten die Eritreer ganz schnell erlernt. Nicht selten würden sie auf der Straße böse angeschaut, wodurch sich Frust aufstaue. Dabei begegneten die Eritreer den Passanten anfangs betont aufgeschlossen, nachdem ihre Freundlichkeit nur selten erwidert worden sei, hätten sie sich abgewöhnt zu grüßen. „Das finde ich sehr schade“, sagt die Wurzener Lehrerin. Über manche Frage müsse sie sich doch sehr wundern: Wieso die Eritreer Markenschuhe tragen? Ob sie sich vorm Besuch des Zahnarztes den Mund reinigen? Ob sie Moslems sind? „Na mein Gott, es sind junge Leute. Die wollen sich auch schick kleiden. Ja, sie putzen sich die Zähne. Und sie kommen nicht aus dem Busch, sondern aus einer Region, die als Wiege des Christentums bezeichnet wird. Sie leben ganz streng nach den zehn Geboten. Diebstahl gilt bei ihnen als schwere Sünde, deshalb ärgert es mich, wenn man ihnen in Supermarkt oder S-Bahn immer besonders auf die Finger schaut. Und wenn sie Moslems wären ... wo läge das Problem?“

Von gesprühten Hakenkreuzen bis zu Brandanschlägen vor Flüchtlingsunterkünften – 85 neonazistische Aktivitäten seien für den Landkreis Leipzig allein 2016 dokumentiert. In diesem Jahr habe man bislang 30 erfasst, informiert Marco Schott von chronik.LE. Seine ehrenamtlich betriebene Online-Plattform lud gemeinsam mit dem Netzwerk für Demokratische Kultur und der Lokalen Partnerschaft für Demokratie im Landkreis zum Informationsabend nach Wurzen ein.

Grimma, Borna und eben auch Wurzen – es seien die Städte, in denen sich die Meldungen häuften. Betreuerin Heike Krause wundert das nicht. Sie selbst werde beschimpft, ihr Auto beschädigt, sogar ein Verhältnis mit den Eritreern sei ihr angedichtet worden. Doch, und darauf legt sie Wert, es gebe auch ein anderes Wurzen: „Ich bekomme viel Unterstützung, auch Spenden. Kollegen nehmen mich zur Seite, erkundigen sich ganz nett, ob ich was für meine Jungs benötige. Das baut auf, gibt immer wieder Mut und Kraft.“ Kraft, die sie braucht, um mit ihren Eritreern etwa die Behördenpost zu meistern. Gute Erfahrungen habe sie mit dem Jobcenter gemacht, das Kinder- und Jugendhaus öffnete seine Fahrradwerkstatt für die Eritreer und im Stadtpark fußballern ihre Schützlinge inzwischen mit deutschen Jugendlichen. „Da leuchten die afrikanischen Augen. Es ist das, was sie sich so sehr wünschen, ganz normalen Kontakt mit Gleichaltrigen.“ Doch der sei noch viel zu selten, sagt die Lehrerin. Statt dessen fliege schon mal eine volle Bierflasche gegen das Fenster: „Zum Glück ist das Polizeirevier gleich gegenüber meiner Schule. Wenn ich dort klingele, sagen die Beamten: Ach, Sie wieder. Na, da muss ich Eindruck gemacht haben. Das ist zumindest was.“

 

 

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Pressemitteilung zur Konferenz

PM M.Querner| 28.08.2017

Am Samstag, dem 16.09.2017, fand in der Zeit von 10:00 bis 15:00 Uhr im Beruflichen Schulzentrum Grimma, Außenstelle Rote Schule die „Konferenz zur Stärkung des Ehrenamtes in der Flüchtlingshilfe im Raum Muldental“ statt. Diese sollte durch die Vermittlung von Informationen und Beantworten von wichtigen Fragen des täglichen Lebens zum besseren Zurechtfinden im Alltag einen Beitrag zur Integration von Geflüchteten im Landkreis leisten.


Foto: privat

 

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Zur Erreichung der Ziele fanden schwerpunktmäßig Vorträge zu den Themen Bank/Konto/Geld, Prävention von Gewalt, Gesundheitsvorsorge und Verbraucherrecht statt, die von Dolmetschern in die Sprachen Arabisch, Farsi, Urdu und Tigrinya übersetzt wurden. In Workshops konnten Ehrenamtliche der Flüchtlingshilfe ihre bisherigen Erfahrungen austauschen, an einem Argumentationstraining teilnehmen oder dem Vortrag der Kontaktstelle Wohnen zum Thema „Unterstütze die Wohnraumsuche von Geflüchteten“ lauschen. Parallel dazu fand eine Messe statt, bei der ca. 20 Aussteller ihre Angebote vorstellten. Die Ehrenamtlichen und Geflüchteten nutzten die Gelegenheit, mit den einzelnen Ausstellern ins Gespräch zu kommen und ihre Fragen zu stellen. Um eine möglichst reibungslose Konversation zu ermöglichen, standen dafür ehrenamtliche Sprachmittler zur Verfügung, die auch Führungen über die Messe durchführten.


Foto:privat

Zur Veranstaltung konnten wir ca. 250 Teilnehmer (Ehrenamtliche und Geflüchtete sowie Akteure der Integrationsarbeit) begrüßen, welche die Konferenz nutzten, um sich zu informieren und miteinander in Kontakt zu treten. Damit auch Familien und insbesondere Mütter an der Konferenz teilnehmen konnten, wurde für die Kinder eine Betreuung durch Ehrenamtliche angeboten. Diese wurden zusätzlich durch Mitmachangebote für Jung und Alt vom Kreissportbund und Kinder- und Jugendring des Landkreises Leipzig unterstützt. Auch für Getränke und einen Imbiss war gesorgt. Gefördert wurde die Veranstaltung durch den Freistaat Sachsen im Rahmen des Landesprogramms „Integrative Maßnahmen“ sowie die Lokale Partnerschaft für Demokratie im Landkreis Leipzig.

 

Ausstellerverzeichnis

Agentur für Arbeit Oschatz | Antidiskriminierungsbüro | Sachsen ARBEIT UND LEBEN Sachsen e.V. | Bildungs- und Sozialwerk Muldental e.V. | Bon Courage | Deutsches Rotes Kreuz Muldental | Kinder- und Jugendring Landkreis Leipzig e.V. | Kommunalentsorgung Landkreis Leipzig GmbH | Kommunales Jobcenter Landkreis Leipzig | Kontaktstelle Wohnen | Kreissportbund Landkreis Leipzig e.V. | Kulturbahnhof Markkleeberg e.V. | Kulturbüro Sachsen e.V. | RAA Sachsen e.V. | Trägerwerk Soziale Dienste in Sachsen GmbH | Verbraucherzentrale Sachsen | Volkshochschule Muldental | Wegweiser e.V. Koordinierungs- und Interventionsstelle gegen häusliche Gewalt

 

Das Organisationsteam der Koordinierungsstelle für Integration des Landkreises Leipzig und das Bildungs- und Sozialwerk Muldental e.V. bedanken sich bei den Akteuren und ehrenamtlichen Helfern, die uns in der Vorbereitung und Durchführung der Veranstaltung unterstützt haben, insbesondere auch beim Kultusamt und dem Berufsschulzentrum Grimma für die Zurverfügungstellung der Räumlichkeiten sowie den zahlreichen Teilnehmern für ihr Kommen.

Ansprechpartner:

Landratsamt Landkreis Leipzig

Koordinierungsstelle für Integration

Martina Querner

Tel.: 03437-984 1008
Mail: martina.querner@lk-l.de

 

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Veranstaltung „Öffnung der Verwaltung im Landkreis Leipzig“ am 08.09.2017 in Grimma

14.09.2017 | Siri Pahnke NDK Wurzen

Am 08.09.2017 lud die lokale Partnerschaft für Demokratie im Landkreis LEipzig zum ersten Fachgespräch zum Thema „Öffnung der Verwaltung im Landkreis Leipzig“ im Landratsamt in Grimma ein. Der Fachtag diente dazu gemeinsam mit Verwaltungsmitarbeiter_innen der verschiedenen Fachbereiche und Kolleg_innen aus der Zivilgesellschaft darüber ins Gespräch zu kommen, wie Bürgerbeteiligung im Landkreis stärker in der Verwaltung auf Landkreisebene und in den einzelnen Kommunen verankert werden kann.


Foto: privat

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Anlass dieser Veranstaltung ist das 10jährige Jubiläum der lokalen Partnerschaft für Demokratie im Landkreis Leipzig.

In der Planung zu diesem Jubiläum wurde klar, dass das Thema „Öffnung der Verwaltung“ Teil der vierzügen Veranstaltungsreihe werden soll. Die Verwaltung hat einen zentralen Stellenwert bei der Sicherung demokratischer Prozesse und der Gleichbehandlung aller Mitbürger_innen. Die Zusammenarbeit zwischen zivilgesellschaftlichen Akteuren und Verwaltung ist aber nicht immer ganz einfach. Mehr Transparenz, einfach Sprache, eine gelebte Beteiligungskultur, stärkere Nutzung digitaler Medien und eine offensivere tagtägliche Zusammenarbeit stärken das demokratsiche System und erleichtern die Demokratiearbeit im Landkreis. Der Fachtag ist Auftakt für weitere Gespräche und Aktionen, die eine Beteiligungskultur im Landkreis in Zusammenarbeit mit Verwaltung stärken sollen.

Impulsreferat hielt Frau Silvia Haas von der Koordinierungsstelle für Bürgerbeteiligung Leipzig weiter denken, Stadtentwicklung Leipzig. Sie stellte verschiedene Formate der Bürgerbeteiligung vor die die Koordinierungsstelle zum Thema Zukunftsfragen der Stadtentwicklung seit 2012 erfolgreich in der Stadt Leipzig umsetzt.

Schwerpunkte und Fragen der darauf folgenden Diskussion waren unter Anderem:

•             Welche Erfahrungen haben wir mit dem Thema „Öffnung der Verwaltung“?

•             Was sind Rahmenbedingungen von Beteiligung und wann beginnt Beteiligung überhaupt?

•             Welche Formen der Beteiligung gibt es und passt zu welchem Vorhaben?

•             Wer kann in meinem Bereich die Zielgruppe für Beteiligung sein und wie erreiche ich diese?

•             Wo bestehen überhaupt Spielräume für Beteiligung im Verwaltungsalltag und wo geht es um „wirkliche“ Beteiligung und wo kann „nur“ informiert werden?

•             Wie kann die Etablierung einer Beteiligungskultur finanziert werden, bzw welche Ressourcen brauch es um eine Beteiligungskultur herzustellen?

Den Link zum Download der Präsentation finden Sie hier

 

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Die Vielfalt-Mediathek modifiziert ihr Angebot

PM Vielfalt Mediathek | 28.08.2017

Ab dem 01.09.2017 wird die Vielfalt-Mediathek, die seit über zehn Jahren Bildungsmaterialien zu Rechtsextremismus, Rassismus und Diversität sammelt und bereitstellt, eine reine Online-Plattform.

Die Vielfalt-Mediathek trägt der zunehmenden Digitalisierung Rechnung und passt ihr Angebot an. Der Verleih wird dementsprechend am 01.09.2017 eingestellt und die meisten Materialien werden digital zum Download angeboten.

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Durch die Umstrukturierung wird der Fokus der Seite noch stärker auf die neuesten geförderten Materialien mit ihren Themen, Methoden und Zielsetzungen gelenkt.

Die Rezensionen der zumeist älteren nicht-digitalisierten Materialien stehen jedoch weiterhin zur Verfügung. Sie werden in die neue Rubrik „Archiv“ transferiert, wo die dazugehörigen Methoden, Herangehensweisen, Ideen, Zielsetzungen und Angaben zum Herausgeber zwecks Kontaktaufnahme zur Materialbeschaffung nach wie vor gesichert und der Öffentlichkeit bekannt gemacht werden. Dadurch kommt die Vielfalt-Mediathek auch zukünftig ihrem Auftrag nach, das Gedächtnis der Bundesprogramme zu sein und die Ergebnisse der Projekte zu sichern.

Neben der Angebotsmodifikation auf der Plattform wird die Vielfalt-Mediathek zudem ihr Serviceangebot durch die Veranstaltung von Seminaren mit verschiedenen Schwerpunkten erweitern. Die Seminare unterstützen Multiplikator_innen vor allem bei der Nutzung der Materialien der Vielfalt-Mediathek in der Bildungsarbeit. Drei Seminare finden noch in diesem Jahr statt. Weitere Informationen auf unserer Startseite.

Die Vielfalt-Mediathek ist ein Projekt des Informations- und Dokumentationszentrums für Antirassismusarbeit e. V. (IDA) in Kooperation mit dem DGB Bildungswerk – Migration und Gleichberechtigung.

Pressekontakt: Ansgar Drücker
IDA e. V.
Volmerswerther Str. 20
40221 Düsseldorf

Tel: 02 11 / 15 92 55-5,
Fax: 02 11 / 15 92 55-69,
info@IDAeV.de

Das Projekt Vielfalt-Mediathek wird vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ gefördert.

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Reaktion zum Steinangriff auf die Büroscheiben des Vereins Bon Courage in Borna (Nacht vom 28. auf den 29.06.2017)

PM | 13.07.2017

Der Begleitausschuss der „Lokalen Partnerschaft für Demokratie“ (LPD) verurteilt den neuerlichen Steinangriff auf das Büro des Vereins Bon Courage in Borna. Bereits vor einem Jahr war das Objekt Zielscheibe eines Angriffs mit Buttersäure.

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Der Verein engagiert sich seit vielen Jahren mit wichtigen und erfolgreichen Projekten im Sozialraum  Borna für die Stärkung von Demokratie und Toleranz sowie in der Flüchtlingshilfe und ist Mitglied im Begleitausschuss der Lokalen Partnerschaft für Demokratie. Darüber hinaus ist der Verein auch überregional vernetzt. Er moderiert z.B. den Runden Tisch Migration und wirkt jährlich bei der Vorbereitung und Durchführung der Interkulturellen Woche im Landkreis mit. Der Begleitausschuss der LPD spricht den handelnden Akteuren im Verein Mut und Solidarität zu an Ihrer Arbeit und den begonnen Projekten festzuhalten. „So lange weiterhin Angriffe auf unsere Büroräume stattfinden, so lange wissen wir, dass unsere Arbeit notwendig und wichtig ist und so lange werden wir auch weitermachen“ sagt Sandra Münch vom Verein Bon Courage. Weitere Infos zur Lokalen Partnerschaft für Demokratie und den Projekten unter www.demokratie-leben-lkl.de

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Kultur.LEBT.Demokratie - Ministerium für Wissenschaftund Kunst lobt erstmals Preis für Kulturelle Bildung aus

PM SMWK | 07.07.2017

Kunstministerin Dr. Eva-Maria Stange: „Kulturelle Bildung ist essentiell für unser demokratisches Zusammenleben“

Das Sächsische Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst lobt inKooperation mit dem Landesverband Soziokultur Sachsen e.V. zum erstenMal einen Preis für kulturelle Bildung „Kultur.LEBT.Demokratie“ aus.Prämiert werden beispielhafte Projekte oder das dauerhafte Engagementeines Trägers der kulturellen Bildung im Rahmen der Demokratieförderung.Es werden drei Preise in Höhe von 2.500 Euro und ein Sonderpreis über 1.000 Euro vergeben.

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Kunstministerin Dr. Eva-Maria Stange: „Kulturelle Bildung bietet einen anderen Zugang zur eigenen Persönlichkeit, aberauch zum Lebensalltag. Über den Umgang mit den klassischen Technikenund Stilen von Kunst und Kultur werden Empathie, das Reexions- undAbstraktionsvermögen sowie die soziale Kompetenz gefördert und damit der eigene Horizont erweitert. Sie ermöglicht die Auseinandersetzung der Menschen mit sich selbst, mit der Umwelt und Gesellschaft. Kulturelle Bildung gehört zu den Voraussetzungen für ein geglücktes Leben und istessentiell für unser demokratisches Zusammenleben.“

Im Fokus der Ausschreibung stehen Formate, die eine nachhaltige Entwicklung angestoßen haben und damit das demokratische Miteinanderfördern, demokratische Prozesse verstehen helfen und zur demokratischenTeilhabe befähigen. Das Engagement kann sich in jeder künstlerischen Sparte und jeder kulturellen Praxis bewegen. Teilnehmen können Kultur-und Jugendeinrichtungen, Vereine, freie Initiativen, Kulturschaffende und Kulturakteure, die in Sachsen wirken. Kunstministerin Dr. Eva-Maria Stange: „Im Mittelpunkt steht die gesellschaftsgestaltende Kraftvon Kunst und Kultur.“ Entsprechend der Ausschreibung geht es umpersönliche Befähigungen, wie Artikulationskraft, Selbstermächtigung oder Selbstwirksamkeitserfahrungen, die eine Voraussetzung für das Mitwirken an demokratischen Aushandlungsprozessen sind. Ebenso im Blickpunkt steht die künstlerische Auseinandersetzung mit Themen eines demokratischen Gemeinwesens, wie Freiheit, Teilhabe, Gleichheit, Solidarität, Toleranz, Verständigung, Kompromiss, Perspektivwechsel, Verschiedenheit, Gemeinsinn. Zu einer Bewerbung um den Preis für Kulturelle Bildung sind auch Projekte kultureller Bildung aufgerufen, die ursprünglich noch keine Demokratiearbeit beabsichtigten und erst im Prozess auf demokratiefördernde Wirkungen gestoßen sind.

Bewerbungen sind an den Landesverband Soziokultur Sachsen e.V.,Stauffenbergallee 5b, 01099 Dresden zu richten. Einsendeschluss ist der 30.September 2017. Informationen und Tipps zur Ausschreibung gibt es unter www.soziokultur-sachsen.de

Link Faltblatt

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Wurzen hat ein Problem mit Rassismus

PM chronik.LE | 19.06.2017

Am Freitag, den 09. Juni 2016, versammelten sich etwa 60 aggressive und teilweise betrunkene Neonazis und Rassisten auf dem Wurzener Markt, um Stimmung gegen Geflüchtete in der Stadt zu machen. Laut Polizei riefen sie dabei Parolen wie „Ausländer raus“ und „Deutschland den Deutschen“ und zeigten verfassungsfeindliche Symbole. Die anwesende Polizei musste die Personengruppe mit körperlicher Präsenz davon abhalten, ein Haus in der Wencelaigasse anzugreifen, in dem mehrere Geflüchtete aus verschiedenen Ländern wohnen.

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Anlass für die Zusammenrottung waren angeblich zu laute Musik und eine darauf folgende körperliche Auseinandersetzung zwischen Geflüchteten und Deutschen am Pfingstmontag. In der Berichterstattung zu diesem Vorfall gaben die Polizei und später auch die Presse lediglich die Perspektive der deutschen Beteiligten wieder. Die Perspektive der Geflüchteten fehlt bisher. Die LVZ wählte für die Meldung in ihrer Lokalausgabe gar die pauschalisierende Überschrift: „Afrikaner in Wurzen festgenommen“ (LVZ vom 07.06.2017). Damit werden alle in Wurzen lebenden Menschen aus unterschiedlichen afrikanischen Ländern als Unruhestifter dargestellt.

Dazu Steven Hummel vom Dokumentationsprojekt chronik.LE: „Bei der Auseinandersetzung zu Pfingsten gehören auch die Geflüchteten und ihre Perspektive angehört. Die Verbreitung dieser einseitigen Darstellung, dass Geflüchtete in Wurzen Unruhestifter seien, hat mit dazu geführt , dass sich 60 aggressiv auftretende Neonazis und Rassisten wenige Tage später versammelt haben und gewaltsam versucht haben, zu dem Haus vorzudringen, in welchem die Geflüchteten wohnen.“

Hummel weiter: „Rassistische Zusammenrottungen und Gewalt gegen Geflüchtete in ihrem Wohnumfeld sind in Wurzen leider keine Seltenheit.“ Angriffe auf Wohnungen gab es bereits im im September 2016 sowie Januar 2017.

Eine ähnliche Dynamik rassistischer Mobilisierung gab es vor knapp einem Jahr, als im August 2016 eine Auseinandersetzung vor einer Pizzeria dazu führte, dass ca. 350-400 Personen in Wurzen gegen Asylsuchende demonstrierten. „Wir haben als Dokumentationsplattform chronik.LE in den letzten anderthalb Jahren in Wurzen 16 Ereignisse dokumentiert. Die meisten davon haben einen rassistischen Hintergrund. Im Gegensatz zu Oberbürgermeister Jörg Röglin sind wir deshalb der Auffassung, dass Wurzen ein Problem mit Rassismus und Neonazismus hat.“ Der Oberbürgermeister von Wurzen hatte gegenüber dem MDR die Wahrnehmung der Opferberatung der RAA Sachsen zurückgewiesen, die von alltäglichen rassistischen Anfeindungen und Angriffen auf Geflüchtete berichtet hatte. Selbst der Sprecher der Polizeidirektion Leipzig, Uwe Voigt, bezeichnet Wurzen in diesem Beitrag als einen „Brennpunkt in Sachen Ausländerfeindlichkeit“ (MDR vom 14.06.2017).

„Glücklicherweise gibt es in Wurzen allerdings auch viele Menschen, welche sich in ihrer alltäglichen Arbeit für Geflüchtete und ein humanistisches Miteinander in Wurzen einsetzen. Diesen Menschen und den Betroffenen Geflüchteten wünschen wir weiterhin alles Gute“, so Hummel abschließend.

chronik.LE ist eine Dokumentationsplattform, welche neonazistische Aktivitäten und diskriminierende Ereignisse in der Stadt Leipzig sowie den Landkreisen Leipzig und Nordsachsen auf der Website www.chronikle.org dokumentiert. Im Jahr 2016 sowie 2017 wird der Trägerverein durch die Lokale Partnerschaft für Demokratie im Landkreis Leipzig gefördert.

 

Dokumentierte Ereignisse Wurzen 2016/2017

06. Mai 2017: Unbekannte entfernen und zerstören damit erneut die Gedenktafel für die Opfer der Todesmärsche von 1945 am Stadtbad in Wurzen.https://www.chronikle.org/ereignis/gedenktafel-opfer-ns-todesm%C3%A4rsche-wurzen-zerst%C3%B6rt

15. Januar 2017: Mehrere Unbekannte Täter schlagen gegen Fenster und die Tür einer Wohnung in welcher Geflüchtete wohnen. Mit einem Verkehrsschild zerstören sie Scheiben der Wohnung und werfen im Anschluss einen Feuerwerkskörper auf das Bett eines Geflüchteten. Zwar gerät durch den Böller ein Kopfkissen in Brand, aber niemand wird verletzt.https://www.chronikle.org/ereignis/wurzen-angriff-wohnung-gefl%C3%BCchteten

14. Januar 2017: Zwei Personen treten und schlagen gegen Fenster und die Tür einer Wohnung in welcher Geflüchtete untergebracht sind. Dabei rufen sie u.a. "Warum seid ihr hier, wir haben keinen Platz für euch". In der darauf folgenden Nacht ist die Wohnung erneut Ziel eines Angriffs. https://www.chronikle.org/ereignis/wurzen-gefl%C3%BCchtete-wohnung-bedroht

30. September 2016: Die Scheiben einer Wohnung in welcher Geflüchtete untergebracht sind werden eingeworfen. https://www.chronikle.org/ereignis/scheiben-gefl%C3%BCchteten-wohnung-wurzen-eingeworfen

29. August 2016: Nach einer Auseinandersetzung in einer Pizzeria wenige Tage zuvor treffen sich ca. 350-400 Personen auf dem Bürgermeister-Schmidt-Platz um gegen Asylsuchende zu protestieren. Darunter befinden sich laut LVZ 50-70 Personen "aus dem rechten Spektrum". https://www.chronikle.org/ereignis/rassistische-demonstration-wurzen-0

27. August 2016: Mehrere Fensterscheiben des Kultur- und Bürger_innenzentrums D5 werden durch Unbekannte zerstört. Der Sachschaden beläuft sich auf ca. 600 Euro. https://www.chronikle.org/ereignis/scheiben-d5-eingeworfen

26. August 2016: Mehrere Gäste einer Pizzeria greifen einen Asylsuchenden aus Marokko an. In der Öffentlichkeit wird der Vorfall zu einem „Überfall durch Asylbewerber“ aufgebauscht, ohne jedoch genauere Hintergründe zu kennen. In sozialen Medien, wie Facebook, häufen sich gewalttätige Äußerungen und rassistische Anfeindungen. https://www.chronikle.org/ereignis/rassistischer-angriff-wurzen

25. Juli 2016: Die Jugendorganisation der NPD, die Jungen Nationaldemokraten (JN), hängen Banner am Zaun gegenüber der Polizeiaußenstelle in Wurzen auf. Die beiden Transparente tragen die Aufschrift "Offene Grenze töten!" sowie "Schützt das Volk! Nicht die Regierung!". https://www.chronikle.org/ereignis/transparentaktion-jn-wurzen

23. Juli 2016: In einem Wurzener Supermarkt fordert eine Kundin mit Blick auf eine andere Kundin mit Kopftuch, welche gerade den Laden betreten hat, dazu auf eine Bombe einzusetzen, denn "da triffste immer die richtigen". Die Kassiererin stimmte dem mit einem Kopfnicken zu. https://www.chronikle.org/ereignis/rassistische-hetze-wurzener-supermarkt

21. Juli 2016: Unbekannte werfen Steine auf einen Geflüchteten. https://www.chronikle.org/ereignis/rassistisch-motivierter-angriff-gefl%C3%BCchteten

03. Juli 2016: Unbekannte zerstören die Fensterscheiben eines Wohnhauses, in dem mehrere geflüchtete Familien wohnen. Zusätzlich äußerten sie rassistische Beleidigungen. https://www.chronikle.org/ereignis/sachbesch%C3%A4digung-wohnung-gefl%C3%BCchteten

02. Juli 2016: Ein Geflüchteter wird aus einem vorbeifahrenden Auto mit Gesten und Worten rassistisch beleidigt. https://www.chronikle.org/ereignis/rassistische-beleidigung-gegen-gefl%C3%BCchteten-wurzen

03. Mai 2016: Ein Asylsuchender wird an einer Haltestelle erst rassistisch beleidigt und anschließend gewürgt und getreten. https://www.chronikle.org/ereignis/rassistischer-angriff-haltestelle-wurzen

01. Mai 2016: Nach einer Demonstration in Grimma nehmen rund 100 Personen in Wurzen an einer Demonstration der JN teil. https://www.chronikle.org/ereignis/npd-demonstriert-wurzen

26. Februar 2016: Etwa 100 Personen demonstrieren durch die Wurzener Innenstadt. Dazu aufgerufen wurde auf der Facebookseite "Wurzen wehrt sich gegen Asylmissbrauch", welche kontinuierlich gegen Asylsuchende hetzte. https://www.chronikle.org/ereignis/rechte-demonstration-100-teilnehmenden-wurzen

29. Januar 2016: In einem Online-Kommentar bezeichnet ein Wurzener Asylsuchende als "Viehzeug" und "Viecher", welche "schön kostenlos Taxi fahren können" und "unsere Frauen vergewaltigen" würden. Für diese Äußerungen verurteilte ihn das Amtsgericht Grimma zu einer Geldstrafe von 150 Tagessätzen. https://www.chronikle.org/ereignis/wurzener-hetzt-facebook-gegen-asylsuchende

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Ankommen, um zu bleiben - Aufmerksam machen - Diskussion anbieten - Vorurteile abbauen!

PM | 01.06.2017

"Stark machen für Demokratie und gegen Rassismus und Vorurteile" ist das Motto von verschiedenen Aktionen, die bis in den Herbst unter der Schirrherschaft des Netzwerk für Demokratische Kultur e.V. (NDK) umgesetzt werden.

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Gemeinsam mit Wurzenern Bürgerinnen und Bürgern mit und ohne Fluchterfahrung wird derzeit an großformatigen Plakaten gearbeitet, die verschiedene Aspekte von Alltagsrassismus und Vorurteilen thematisieren und die im September im gesamten Stadtgebiet öffentlich ausgehängt werden sollen. „Wir wollen die Einwohnerinnen und Einwohner damit zum Gespräch einladen und jene zu Wort kommen lassen, die oft nicht gehört werden oder eher schweigen“, sagt Siri Pahnke, derzeitige Geschäftsführung des NDKs. Sie ergänzt: "Eine begleitende Ausstellung zum Thema „Gesichter unserer Stadt: Ankommen, um zu bleiben“ wird weitere Einblicke in die vielfältigen Möglichkeiten des Zusammenlebens in der Stadt und im Landkreis geben."

Das NDK lädt alle Menschen, die in und um Wurzen leben dazu ein, mitzugestalten, mitzudiskutieren und teilzuhaben. Der Kulturbahnhof Markkleeberg und das Schweizerhaus Püchau unterstützen die Aktionen mit ihrem kreativen Know How.

Erste Erzählwerkstätten und kreativ Workshops fanden bereits mit jungen Geflüchteten und Ehrenamtlichen statt. (Foto können angefordert werden)

Die Aktionen werden unterstützt von den Do:Stiftungen, der Robert Bosch Stiftung, der Aktion Mensch, der Heidehof Stiftung, dem Landesprogramm „Weltoffenes Sachsen für Demokratie und Toleranz“ und der Richtlinie „Integrative Maßnahmen“ des Landes Sachsen.

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Strafraum Sachsen 2.0 - Wie gesellschaftliche Konflikte in den Fußball drängen

PM LVZ | 28.04.2017

Die schönste Nebensache der Welt soll Fußball sein. Bei aller Rivalität zwischen Clubs tragen manche Anhänger aber offenbar soviel Ego ins Spiel, dass es immer wieder zu bösen Diskriminierungen kommt. Der Kreissportbund will jetzt mit der Ausstellung „Strafraum Sachsen 2.0“ dagegensteuern.

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Markkleeberg. Die schönste Nebensache der Welt soll Fußball sein. Bei aller Rivalität zwischen Clubs tragen manche Anhänger aber offenbar soviel Ego ins Spiel, dass es immer wieder zu bösen Diskriminierungen kommt. Der Kreissportbund will jetzt mit der Ausstellung „Strafraum Sachsen 2.0“ dagegensteuern.

Für die Jugendteams der Kickers Markkleeberg gehört diese Woche der Ausstellungsbesuch fast schon zum Trainingsprogramm. So auch für die E-Jugend, die sich am Mittwochabend im Foyer des Clubheims im Sportpark Camillo Ugi in der Städtelner Straße die Tafeln ansah, die vorher unter anderem schon beim Bornaer SV und beim FC Grimma ausgestellt waren. Stephan Uhder, pensionierter Kameramann mit -zig „geschwenkten“ Fußballspielen auf dem Rücken, erklärte den jungen Kickern geduldig die Ausstellung. Bis zum Wochenende sei „Strafraum Sachsen 2.0“ täglich von 17 bis 20 Uhr geöffnet, so Uhder, der für den Kreissportbund die Ausstellung betreut. „Und am Sonntag nach dem Heimspiel wird wieder abgebaut“, erzählt er. Wegen des Spieles sei extra schon ab 14 Uhr geöffnet.

Die Schau wirbt um Weltoffenheit und Toleranz im Fußball. Dass dem oft nicht so ist, beweisen mittlerweile unzählige unschöne Momente am Rande der Partien: Da gibt es offenen Sexismus gegen Schiedsrichterinnen, Anfeindungen gegen Schwule mit dem zweithäufigsten Schimpfwort auf Amateurplätzen „Schwuchtel“, offenen Rassismus, obwohl immer mehr Spieler ausländischer Kulturkreise in allen Ligen kicken und so manches Team undenkbar wäre ohne sie, Antisemitismus sowie Neonazismus und Rechtspopulismus.

Dass gerade von vermeintlichen „Traditionsclubs“ hier und da auch offen gegen die gerade erst in die 1. Bundesliga aufgestiegenen Rasenballer Leipzig und vor allem ihren Geldgeber Mateschitz opponiert wird, ist zudem immer wieder Thema in den Medien. Tatsächlich bedienten sich viele Kritiker aber teilweise diskriminierender Argumentationen und antimoderner Vorurteile, die „anschlussfähig sind an rechte und vor allem antisemitische Weltbilder“, heißt es in der Ausstellung. Gerade dort würden „Tradition“, „Ehre“ und „Authenzität“ als Kampfbegriffe gelten gegen die Entfremdungen der Moderne, die mit RB personifiziert und dämonisiert seien. Entsprechend vielschichtig seien die Anfeindungen gegen RB, die von Sexismus über Antisemitismus bis zu Tiervergleichen und Vernichtungsfantasien reichten.

Die Ausstellung arbeitet die Themen anhand von konkreten Beispielen auf, geht aber auch weiter. In einem zweiten Teil führt sie Beispiele an, wie es auch gehen kann: Etwa die Faninitiative „1953international“ der SG Dynamo Dresden, die sich klar gegen Rassismus absetzt. Oder den Verein „Leipzig United F.C.“, der 2013 in einer Leipziger Flüchtlingsunterkunft gegründet wurde. „Discover Football“ versteht sich dagegen als Netzwerk für Fußball und Frauenrechte. Die Schau kennt noch mehr gute Beispiele.

„Strafraum Sachsen 2.0“ versteht sich als aktualisierte Neuauflage der ersten Ausstellung der „Initiative für mehr gesellschaftliche Verantwortung im Breitensport-Fußball“ (IVF). Das Projekt war 2009 gegründet worden, hat seinen Sitz beim Verein „Roter Stern Leipzig“.

Viele gesellschaftliche Konflikte würden in den Fußball hineingetragen, meint Uhder. Er hofft in der nächsten Tagen auf viele Besucher, die mehr darüber wissen wollen. „Ich werde da sein, auf Wunsch auch die Ausstellung erklären“, sagt er.

Von Jörg ter Vehn

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Akademie für Lokale Demokratie veranstaltet mit Gymnasiasten ein Planspiel im Grimmaer Rathaus

LVZ Nathalie Helene Rippich | 05.04.2017

Grimma. Zwei neunte Klassen, je eine vom Gymnasium St. Augustin in Grimma und des Freien Gymnasiums Naunhof, haben an dem Projekt „Planspiel Jugendkreistag – Jugendbeteiligung als Antwort auf den demografischen Wandel“ teilgenommen (LVZ berichtete). Für die 45 Jungen und Mädchen wurde am Dienstag mit der ersten Jugendkreistagssitzung im Landkreis Leipzig unter dem Vorsitz von Kreisrat Sebastian Bothe (SPD) der Höhepunkt erreicht. Auf der Tagesordnung standen die Beschlussfassungen zu vier Projekten, die die einzelnen Gruppen – standesgemäß als Fraktionen bezeichnet – auf den Weg bringen wollten.

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Den Anfang machte das Team Jugendhilfeplanung. Es hatte sich zum Ziel gesetzt, eine Website zu erstellen, die alle relevanten Informationen für Jugendliche in Sachsen bündelt. „Es soll zum Beispiel Infos zu Ferienjobs geben. Die Firmen werden direkt verlinkt“, erläuterte eine Nachwuchskreisrätin. Außerdem würden auch gemeinnützige Projekte vorgestellt und Links zu Beratungsstellen angeboten. Es gäbe genug solcher Angebote und mit etwas Recherche würde diese jeder finden, Kosten und Nutzen stünden in keinem Verhältnis, so die anderen Faktionen. Der Beschluss wurde abgelehnt.

Für etwas mehr Diskussionsbedarf sorgte der Vorschlag der Fraktion Kultur, die ein Café eröffnen möchte, das von Jugendlichen betrieben wird. „Kultur ist vielseitig, deshalb wollen wir einiges bündeln“, so die Sprecherin. Der Gruppe schwebe eine Manga-Treff vor, außerdem Themenwochen, Konzerte und ein Forum für Filmkunst. Das Konzept ist sehr detailliert. Dennoch gibt es Kritik von den Fraktionen. Mit der Oase in Naunhof habe man eine Begegnungsstätte für Jugendliche, man solle lieber an diesem Konzept arbeiten, als in etwas Neues zu investieren. Am Ende wird auch diese geänderte Beschlussvorlage abgelehnt. Die Fraktion Naturschutz hat mit ihrer Beschlussvorlage zu regelmäßigen Umwelttagen mehr Erfolg. Nach ganzen sechs Änderungsanträgen spricht sich eine große Mehrheit für drei Aktionstage pro Jahr aus, an denen die Umwelt im gesamten Landkreis sowohl von Schülern als auch anderen Bewohnern gesäubert werden soll. Wichtig war den Schülern, dass diese Aktionen nicht in die Wintermonate fallen, da Schnee und Eis hinderlich sein könnten.

Ebenfalls beschlossen wurde der Antrag der Fraktion Teilhabe, die sich für gemeinsame Vereinsaktivitäten von Menschen mit und ohne Beeinträchtigungen einsetzen möchte. „Wir wollen beeinträchtigte Personen besser integrieren. Jeder kennt doch das Gefühl, allein gelassen zu werden. Und das ist kein schönes“, so die Sprecherin der Antragsteller.

Für die Schüler ist das Projekt damit beendet, es sei denn, sie wollen sich weiter für ihre Interessen einsetzen. „Dann bieten wir unsere Unterstützung an“, so Nina Kaiser von der Akademie für Lokale Demokratie. Denn Ziel sei es, die Ideen der jungen Menschen auch in der realen Politik zu thematisieren. Auch wenn bis dahin noch einige Zeit vergehen kann, ist die Projektmanagerin zufrieden mit dem Planspiel. „Die Schüler haben gut mitgemacht und sich aktiv eingebracht“, lobt sie.

 

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Projektabschlussbericht 2016 "Sichtbarmachung rechter Gewalt im Landkreis Leipzig"

PM Engagierte Wissenschaft e.V. | 31.03.2017

chronik.LE dokumentiert seit 2008 neonazistische Aktivitäten und diskriminierende Ereignisse in Leipzig, im Landkreis Leipzig und im Landkreis Nordsachsen. Von September - Dezember 2016 wurde mit finanzieller Unterstützung der lokalen Partnerschaft für Demokratie Landkreis Leipzig ein Projekt mit dem Titel "Sichtbarmachung rechter Gewalt im Landkreis Leipzig" umgesetzt. Zu diesem liegt nun der Abschlussbericht vor. Neben einer statistischen Auswertung und exemplarischen Ereignismeldungen aus unserer Dokumentation finden sich darin drei Hintergrundartikel zu Rassismus, Facebook-Hetze und Rechtsterrorismus im Landkreis Leipzig.

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Insgesamt konnten 86 Ereignisse für das gesamte Jahr 2016 dokumentiert werden. Die Ereignisse decken eine große Spannbreite ab: von Hakenkreuzschmierereien über rassistische Demonstrationen bis hin zu Angriffen auf Geflüchtete. Schwerpunktregionen sind Wurzen und Borna mit 20 bzw. 16 Vorfällen. Schwerpunkttatmotiv ist Rassismus.
Der gesamte Bericht steht als PDF unter https://www.chronikle.org/inhalt/projektabschlussbericht-2016-landkreis-leipzig zum Download zur verfügbar. Gedruckte Exemplare können per mail (chronik.LE@engagiertewissenschaft.de) bestellt werden.

chronik.LE
Dokumentation und Analyse faschistischer, rassistischer und diskriminierender Aktivitäten in und um Leipzig

Web: www.chronikLE.org
Mail: chronik.LE@engagiertewissenschaft.de

Engagierte Wissenschaft e.V.
c/o chronik.LE
Ecksteinstraße 29
04277 Leipzig

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Weiterbildungsangebot des NDK 2017

Das NDK bietet für das Jahr 2017 eine Reihe von Fortbildungsveranstaltungen an, die sich u.a. an Aktive im Projekt- und Demokratiearbeitsbereich richten, aber auch an andere politisch Interessierte.

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Die Themenvielfalt des Angebotes ist dabei sehr vielfältig und reicht von Themen des Globalen Lernens, über Basics der Projektorganisation und des Umgangs mit neonazistischen Tendenzen, bis hin zu Empowermenttrainings für Geflüchtete und jugendspezifische Workshops.

Die Veranstaltungen finden u.a. in Kooperation mit dem Verband binationaler Familien und Partnerschaften, der Stiftung Nord-Süd-Brücken und dem Forum für kritische Rechtsextremismusforschung statt. Finanziell gefördert wird die Angebotsreihe auch durch das Landesprogramm "Weltoffenes Sachsen für Demokratie und Toleranz".

Im Faltblatt (siehe Download) finden Sie / findet ihr selbstverständlich auch Hinweise zur Anmeldung und Kontaktaufnahme zu uns. Zu beachten ist, dass nicht alle Angebote in Wurzen stattfinden.

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Das Referat für Migration und Integration informiert:

Internationale Wochen gegen Rassismus werben für Respekt und Toleranz

PM Referat für Migration und Integration | 02.03.2017

Rund 60 Veranstaltungen gehören zum Programm der Internationalen Wochen gegen Rassismus vom 13. bis zum 26. März, die dieses Jahr zum 14. Mal in Leipzig ausgerichtet werden. Anbieter sind 40 Vereine und Initiativen, kulturelle Einrichtungen, Soziokulturelle Zentren und andere Organisationen. Das Programm unfasst Vorträge, Workshops, Podiumsgespräche, Filme, Feste und Ausstellungen. Sie setzen sich mit Vorurteilen und Klischees, mit Fremdsein und Heimischwerden auseinander. Thematisiert werden außerdem die Erfahrung von Rassismus in verschiedenen Lebensbereichen, rechte Gewalt, die Situation von geflüchteten Menschen sowie Fragen zu Asyl und Integration. Das Programm hält außerdem Möglichkeiten der Begegnung mit geflüchteten Menschen und kulturelle Veranstaltungen von und mit Migranten und Migrantinnen bereit.

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„Die zahlreichen Veranstalter bieten eine breite Palette von Möglichkeiten an, dem Thema Rassismus zu begegnen“, betont Stojan Gugutschkow, der Leiter des Referates für Migration und Integration, das die Internationalen Wochen gegen Rassismus in Leipzig koordiniert. „Dazu gehören Teilaspekte wie Rassismus im Bildungssystem oder im Gerichtssaal ebenso wie seine Überwindung, beispielsweise durch Kolonialismuskritik oder durch die Kunst. Die Leipzigerinnen und Leipziger sind herzlich eingeladen, während der Aktionswochen die zahlreichen Angebote für Information, Gespräche und Begegnungen zu nutzen.“


Aus dem Programm
Der Verein Forum B :: Prozesse in Begleitung e. V. bietet ganztägige Workshops an, bei denen Teilnehmer praxisnah erlernen können, wie Ausgrenzung verhindert werden kann. Die Kinobar Prager Frühling zeigt am 14. und 15. März den Film „Wien vor der Nacht“, der die Lebendigkeit der dortigen großen jüdischen Gemeinde bis zum so genannten Anschluss Österreichs an Nazideutschland zeigt. Die Freiwilligen-Agentur Leipzig bietet in Kooperation mit dem Mühlstraße 14 e. V. Workshops für Initiativen an, die interkulturelle Projekte starten wollen. Der Weltoffen e. V. lädt für den 18. März ein junges Publikum ab 5 Jahren zu einer Lesung von Geschichten über Kinder dieser Welt ein, auch über Kinder, die ihre Heimat verlassen haben oder verlassen mussten.
Auf Einladung des Referats für Migration und Integration wird am 21. März Ali Can im Zeitgeschichtlichen Forum über die Erfahrungen mit der von ihm gegründeten „Hotline für besorgte Bürger“ berichten. Schulklassen sind zu verschiedenen Filmveranstaltungen und Gesprächen beim Landesfilmdienst Sachsen eingeladen, zum Beispiel am 22. März zum Workshop „Neonazismus und Jugendkulturen“. Ebenfalls am 22. März gibt es in der RosaLinde eine Lesung von Texten lesbischer, schwuler, trans- und intersexueller Geflüchteter in Sachsen.
Schüler unterschiedlicher Herkunft von Schulen im Leipziger Norden treffen sich am 23. März in der 20. Oberschule zu einem Interkulturellen Fußballturnier „Cup Nordostvorstadt“. Der Migrantenbeirat der Stadt Leipzig lädt für den 24. März zu Vortrag und Diskussion zum Thema „Integration in der postmigrantischen Gesellschaft“ mit Naika Foroutan, Professorin für "Integrationsforschung und Gesellschaftspolitik" an der Berliner Humboldt-Universität, in die Galerie für Zeitgenössische Kunst ein.
Ebenfalls im Angebot sind z. B.  Führungen durch die Anne-Frank-Shoah-Bibliothek sowie vier Ausstellungen zu den Themen „Etikette und Vorurteile“, „Kinder weltweit auf der Flucht“ und „Flüchten und Ankommen in Deutschland“.
Informationen zu allen Veranstaltungen sind im Programmheft der Internationalen Wochen gegen Rassismus zu finden, das im Neuen Rathaus, in Bürgerämtern, Bibliotheken und an vielen weiteren Stellen ausliegt. Im Internet steht es auf der Seite www.leipzig.de/antirassismus.

Kontakt:
Stojan Gugutschkow, Leiter des Referates für Migration und Integration, Tel. 0341 123-2690, E-Mail: stojan.gugutschkow@leipzig.de
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Aktualisierung der Formulare

27.02.2017

Nutzen Sie für Ihre Projektanträge für die 3. Antragsphase jeweils die aktuellen Formulare unter Downloads.


Flüchtlinge und Helfer werden im Kreis Leipzig immer öfter zur Zielscheibe von Rassisten

LVZ Nathalie Helene Rippich | 10. Februar 2017

Borna. Vier junge Flüchtlinge wohnen in einer Wohngemeinschaft in Wurzen. In der Nacht vom 14. auf den 15. Januar knallt es plötzlich. Gegen drei Uhr morgens wird von Unbekannten mit einem Verkehrsschild ein Fenster der Erdgeschosswohnung zerstört. Ein Böller fliegt in das Zimmer und steckt ein Bett in Brand. Das ist einer der jüngsten Angriffe auf Asylsuchende in der Region. Aber längst nicht der einzige.


Diskussion im Stadtkulturhaus Borna: Matthias Burdukat, Kerstin Köditz, Markus Bergforth, Michael Kraske (Moderation), Lena Nowak und Markus Schott.
Quelle: Jens Paul Taubert

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„Allein im vergangenen Jahr gab es 44 gewalttätige Übergriffe mit rassistischer Motivation“, sagt Lena Nowak von der RAA Sachsen, die sich mit der Beratung der Opfer befasst. Am frühen Dienstagnachmittag steht sie gemeinsam mit anderen Engagierten, die sich zur landesweiten Initiative Runder Tisch Migration zusammengefunden haben, bei eisiger Kälte am Rande des Bornaer Marktes. Die Initiative hat zu einer zweiteiligen Veranstaltungsreihe zum Thema Alltag und Rassismus im Landkreis Leipzig geladen.

Eine Ausstellung mit anschließender Kundgebung ist der Anfang. In der Innenstadt stehen dazu Aufsteller, die schlichte Plakate fassen. Darauf werden nüchtern diverse rassistisch motivierte Übergriffe geschildert. „Die Fallzahl hat zugenommen und wir hatten das Gefühl, dass das im Landkreis nicht wirklich sichtbar ist“, so Nowak. Es gehe zum einen darum, darauf aufmerksam zu machen. Aber man wolle auch für die Situation sensibilisieren, in der die Opfer sich befinden. „Sie stehen am Rand der Gesellschaft, sind arm und haben kein Netzwerk. Und dazu kommt diese Angst“, erläutert Nowak. Sie wünscht sich Schutzräume für die Betroffenen. „Die Opfer wollen raus aus dieser Umgebung. Aber oft heißt es aus dem Amt, dass sie dort bleiben müssen“, kritisiert sie im Laufe der Kundgebung, der rund 30 Zuhörer beiwohnen.

Petra Köpping (SPD), Staatsministerin für Integration, ist nach der Installation eines kontrovers diskutierten Kunstwerks in Dresden nach Borna gekommen, um sich ebenfalls an der Kundgebung zu beteiligen. Sie dankt den ehrenamtlichen und hauptamtlichen Unterstützern für ihren unermüdlichen Einsatz und betont, dass auch diese längst zur Zielscheibe geworden sind, wie etwa der Anschlag gegen das Büro des Bornaer Vereins Bon Courage zeigte.

Bei der Podiumsdiskussion zum Umgang mit dem Rassismus am Mittwochabend steht die Politik des Freistaates am Pranger. Besonders mit Blick auf die Qualität der sächsischen Polizei. Einigkeit herrscht bei den Referenten – darunter Kerstin Köditz, Linken-Landtagsabgeordnete, und Markus Bergforth, Vorsitzender des SPD-Kreisverbands Leipzig – darüber, dass es so nicht weitergehen kann. „Die Polizisten sind demotiviert, haben kein Herzblut mehr“, so Köditz. Das falle ihr insbesondere bei den Anhörungen zum NSU immer wieder auf. „Da ist kein Interesse, keine Empathie“, bedauert sie.

Neben den Problemen mit der Polizei, die immer wieder auch unter Verdacht gerät, rechts durchsetzt zu sein, kritisiert insbesondere Tobias Burdukat (Freie Wähler), Kreisrat und Sozialarbeiter, die Arbeitsbedingungen und Ausbildung in seinem Fach. „Es gibt viel zu wenig Sozialarbeiter, die viel zu viel arbeiten. Bezahlt werden vielleicht 25 Stunden pro Woche, gearbeitet werden soll doppelt so viel“, prangert er an. Der beste Weg, um Rassismus zu begegnen – da sind sich alle einig – ist Aufklärung. Aber dafür fehlen die Ressourcen. „Eine solche Diskussion kann die Probleme leider nicht lösen, aber sie kann eine Schlagrichtung vorgeben“, schließt Moderator Michael Kraske ab. Viel wurde an dem Abend diskutiert, die Referenten waren sich meist einig.

Ganz zum Schluss wird hautnah deutlich, was Rassismus im Alltag für die Betroffenen bedeutet. Ein kleines Mädchen nimmt all ihren Mut zusammen und erzählt den rund 40 Zuhörern von den Anfeindungen, denen sie in der Schule regelmäßig ausgesetzt ist. „Ich finde das blöd, dass ich immer als Ausländerin bezeichnet werde und geärgert werde, weil ich eine andere Hautfarbe habe.“ Betroffenheit bei den Referenten und Gästen. Sprachlosigkeit beim Moderator, der dem Mädchen nur wünschen kann, dass sie ihren Mut behält und sich die Zeiten ändern.

http://debattiersalon.de/deutschland-tagebuch-du-auslander (Michael Kraske)

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Trauer um Dr. Thomas Voigt

 PM | 06.01.2017

Mit großer Anteilnahme schließt sich der Begleitausschuss der „Lokalen Partnerschaft für Demokratie“ den Trauerbekundungen zum Tod von Dr. Thomas Voigt, dem stellvertretenden Landrat des Landkreises Leipzig und stellvertretendem Mitglied in unserem Gremium, an.

Er war uns ein wertvoller Begleiter, Ideengeber  und geschätzter Berater zu gesellschaftlichen und sozialen Themen  im Landkreis und darüber hinaus.

 


Demokratieförderung! Kapitalanlage in die Zukunft der Gesellschaft

PM R.Kriz | 19.12.2016

Projektanträge können ab sofort für 2017 eingereicht werden

Mit der letzten Zusammenkunft des Begleitausschusses zur Lokalen Partnerschaft für Demokratie (LPD) am 29. November zogen die Mitwirkenden ein Resümee über die im Jahr 2016 geleistete Arbeit. So konnten 26 Großprojekte zur Förderung von Demokratie, Toleranz und Vielfalt im Landkreis von 11 Trägern umgesetzt werden. Durch den Kleinprojektefonds wurden über 30 Vorhaben und Tagesveranstaltungen mit bis zu 500,00 € unterstützt. Neu im Jahr 2016 war der Aufbau eines sogenannten „Jugendforums“ auf Landkreisebene. Die Mitwirkenden Jugendlichen konnten erstmals selbst über die Vergabe von Fördermitteln mitentscheiden. Dafür haben Sie unter Anleitung des Kinder- und Jugendrings einen Förderleitfaden entwickelt.

 

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Thematische Schwerpunkte der Großprojekte der LPD in diesem Jahr waren: Förderung von Beteiligung; gesellschaftliche Fragen- und Problemstellungen; Historisches Lernen; Qualifizierung; Vernetzung und der interkultureller Dialog.

Dem erweiterten Vernetzungs- und Austauschgedanken im Rahmen der LPD soll auch 2017 Rechnung getragen werden. Eine Kampagne zu 10 Jahren Demokratiearbeit im Landkreis soll den öffentlichen Diskurs erneut anregen und aktuelle gesellschaftliche Themenfelder beleuchten.  So sprach sich der mehrheitlich zivilgesellschaftlich besetzte Begleitausschuss dafür aus, im kommenden Jahr, Themen wie  „Wahlen und Mitbestimmung“, „Rechtspopulismus“, „Alltagsrassismus“ und „rassistische Angriffe im Landkreis“ stärker bei der Projektauswahl berücksichtigen zu wollen.  

Die Arbeit des landkreisweiten Jugendforums soll 2017 mit Blick auf die Kommunikationsformen in sozialen Netzwerken und im Internet weiter intensiviert und begleitet werden. Der „Jugendfonds“ soll im kommenden Jahr 8000 Euro beinhalten.

„Mitbestimmung und das Heranführen von jungen Menschen an demokratische Entscheidungsprozesse sind für die Entwicklung unseres Landkreises unerlässlich“ resümierte Jugendamtsleiterin Ines Lüpfert, die in Vertretung des Landrates den Projektträgern ihren Dank aussprach.

Damit Projekte und Angebote der LPD in den jeweiligen Sozialräumen und Gemeinden stärker wahrgenommen werden, sollen die Kommunalverwaltungen regelmäßiger direkt informiert werden.

Für das folgende Förderjahr könnten der Lokalen Partnerschaft durch das Bundesprogramm „Demokratie leben!, das Landesprogramm „Weltoffenes Sachsen – für Demokratie und Toleranz“  und durch den Landkreis Leipzig bis zu 250.000 Euro zur Verfügung stehen.

Die erste Antragsfrist endet am 10. Januar 2017 beim Jugendamt Fachbereich Demokratieförderung. Eine kostenlose Beratung zur Antragstellung bietet die Servicestelle Fachberatung beim Netzwerk für Demokratische Kultur e.V. in Wurzen an.

Weitere Termine, Antragsformulare, Förderleitfaden, Informationen zu umgesetzten Projekten und Kontaktdaten sind im Internet unter www.demokratie-leben-lkl.de veröffentlicht.

Der Begleitausschuss der Lokalen Partnerschaft für Demokratie im Landkreis Leipzig dankt allen Aktiven und Partnern im Landkreis , die sich an der Umsetzung der Programmziele beteiligen für Ihr Engagement und wünscht allen Bürgerinnen und Bürgern ein friedvolles Weihnachtsfest und ein ideenreichen Start ins Neue Jahr 2017.

R. Kriz Servicestelle Öffentlichkeitsarbeit LPD / BSW Muldental e.V.

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Zwischenstand im Projekt „Sichtbarmachung Rechter Gewalt im Landkreis Leipzig“

PM Cronik LE | 02.12.2016

Im September ist das Projekt „Sichtbarmachung Rechter Gewalt im Landkreis Leipzig“ mit Unterstützung der „Lokalen Partnerschaft für Demokratie im Landkreis Leipzig“ gestartet. Der Projektträger chronik.LE, eine Dokumentationsplattform neonazistischer und diskriminierender Ereignissen in und um Leipzig, hat seitdem mehrere Treffen mit Engagierten in Grimma, Wurzen, Borna und Bad Lausick durchgeführt.

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Dazu Projektleiter Steven Hummel: „Die Treffen vor Ort und der Austausch waren für unser Projekt sehr hilfreich. Mittlerweile haben wir für das Jahr 2016 bereits 47 Vorfälle im Landkreis Leipzig gezählt. Die Bandbreite reicht dabei von Hakenkreuz-Schmierereien bis zu körperlichen Angriffen auf Geflüchtete.“

Besonders angespannt stellt sich die Situation in Wurzen und Borna dar. In beiden Städten ereigneten sich mehr als die Hälfte der Vorfälle. Aktuell berichtet auch die Opferberatung des RAA Sachsen e.V., einer Beratungsstelle für Betroffene rechtsmotivierter und rassistischer Gewalt, von massiven Anfeindungen gegenüber Geflüchteten in Wurzen und einer deutlichen Zunahme rassistisch motivierter Gewalttaten im Landkreis. Dazu kommen alltägliche Anfeindungen beim Einkaufen, spazierengehen und im Wohnumfeld.

In Wurzen existiert weiterhin eine Facebookseite auf welcher mit Falschmeldungen gegen Geflüchtete gehetzt wird. Regelmäßig wird von angeblichen Straftaten von Asylsuchenden berichtet. Dies führte im August 2016 dazu, dass sich nach einer Schlägerei in einer Pizzeria, welche als Überfall durch Asylsuchende dargestellt wurde, eine asylfeindliche und rassistische Kundgebung mit 350-400 Teilnehmenden zusammenfand, darunter bekannte Neonazis.

„Die Spannbreite und auch Anzahl der dokumentierten Ereignisse zeigt auf, dass Neonazismus und menschenverachtende Einstellungen auch im Landkreis Leipzig eine ernst zu nehmende Angelegenheit sind“, so Hummel. „Solche Vorfälle machen deutlich wie notwendig es gerade in diesen Zeiten ist sich für eine offene und demokratische Gesellschaft stark zu machen.“

alle Vorfälle finden sie unter: www.chronikle.org

Die Chronik im Landkreis Leipzig für 2016 im Überblick (Stand: 02.12.2016)
Vorfälle insgesamt: 47

aufgeschlüsselt nach Orten:

(Mehrfachnennungen möglich, z.B. bei Schmierereien am 30.07.2016, welche in Borna, Lobstädt und Neukieritzsch zu finden waren)

·         Borna: 14

·         Wurzen: 10

·         Markranstädt: 4

·         Naunhof: 4

·         Grimma: 4

·         Sonstige: 14

 

aufgeschlüsselt nach Tatmotiv:

(Mehrfachnennungen möglich, z.B. bei Angriff auf Büro von Bon Courage am 03.05.2016, welches sowohl als rassistisch motiviert als auch gegen politische Gegner_innen gerichtet gezählt wird)

·         Rassismus: 36

·         politische Gegner_innen: 9

·         NS-Verherrlichung: 5

·         Sonstige: 3

 

aufgeschlüsselt nach Art des Vorfalls:

·         Sachbeschädigung: 16

·         Demonstration/Kundgebung: 9

·         Graffiti/Schmierereien/Plakate: 8

·         Angriff: 7

·         Sonstige: 8



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Interessante Exkursionen geplant - Teilnahme möglich

PM fjm-lkl | 22.11.2016

Im Verlauf des LPD Projektes "Weiterbildungen zu Gedenkkultureller Jugendarbeit"  wurden folgende Exkursionen vereinbart. Interessenten können sich gern anschließen. Anmeldungen unter andreas.rauhut@fjm-lkleipzig.de

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Am Dienstag den 13.12. um 15.00 gibt es eine Führung auf dem jüdischen Friedhof in Leipzig, Berliner Str. 123

Am Mittwoch, den 21.12. haben wir um 15.00 Uhr eine kurze Führung durch die Gemeindesynagoge in der Keilstraße 6 Leipzig bis ca. 15.30 Uhr. Danach gehen wir bis ca. 16.30 Uhr in die angrenzende Carlebach-Stiftung (die säkulare Interessenvertretung der jüdischen Gemeinde in Leipzig) in der Löhrstraße 10. Die Geschäftsführerin Frau Dr. Plowinski wird uns dort erzählen, welche Ansprechpartner, Besichtigungsorte und Exkursionsmöglichkeiten für Lehrer/Multiplikatoren etc. es zum Thema jüdische Leben in Leipzig und dem Leipziger Land vor Ort gibt. Ebenfalls wird sie uns einen Einblick in die diesbezügliche Literatur und die Unterrichtsmaterialien der Stiftung zu dieser Thematik geben.

Männliche Besucher bitten wir um eine Kopfbedeckung.

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Vorträge zur Lebenssituation von Asylsuchenden und Geflüchteten im Landkreis Leipzig

Der Verein Bon Courage e.V. aus Borna erhält in diesem Jahr im Rahmen der veröffentlichten Broschüre „Von außen sieht es nicht so schlimm aus…aber das ist ein Trick“ eine Projektförderung vom Lokalen Aktionsplan für die Durchführung von Vorträgen zur Lebenssituation von Asylsuchenden und Geflüchteten im Landkreis Leipzig.

Mit solch einem Vortrag möchten wir im Landkreis Leipzig nun auf 'Tour gehen'.

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Gemeinsam mit Asylsuchenden aus dem Landkreis Leipzig haben wir in den vergangenen Monaten den Vortrag konzipiert. Während Vereinsmitglieder darin zunächst einen Überblick über den Ablauf des deutschen Asylverfahrens sowie allgemeine Informationen zur rechtlichen Stellung von Geflüchteten in Deutschland geben, sprechen Asylsuchende im Weiteren über die Herausforderungen, mit denen sie sich täglich konfrontiert sehen. Hierbei heben sie besonders jene Probleme hervor, die durch die Unterbringung in Asylsuchenden-Sammellagern, der Versorgung mit Wertgutscheinen oder mangelnden Sprachkursangeboten entstehen.

Der Vortrag bietet die Möglichkeit, offene Fragen zum Thema ‚Asyl‘ anzusprechen, mit Asylsuchenden ins Gespräch zu kommen und gemeinsam über Verbesserungsmöglichkeiten zu diskutieren. Der Vortrag ist flexibel gestaltet, so dass spezielle Wünsche zu inhaltlichen Schwerpunkten berücksichtigt werden können. Projektansprechpartnerin ist Sandra Münch und sie steht nicht nur für weitere Fragen zur Verfügung, sondern wird in Absprache und gemeinsam mit Ihnen/euch den Vortrag organisieren.

Informationen zu den Konditionen:

·         Alle Honorar- und Reisekosten sowie Gebühren für die Raummiete können über das Projekt bzw. unseren Verein abgerechnet werden. Daher müssen keine zusätzlichen Kosten eingeplant werden.

·         Wir würden es begrüßen, wenn wir bei der Suche nach adäquaten Räumlichkeiten unterstützt werden.

·         Die Projektförderung endet vorläufig zum Jahresende und deshalb ist ein Termin im Oktober, November oder Dezember zu begrüßen (sollte dies nicht möglich sein, findet sich mit Sicherheit eine Möglichkeit).

·         Für den Vortrag sollten mindestens 1 ½ bis 2 Stunden eingeplant werden.

Haben Sie/Habt ihr Interesse? Dann laden Sie/ladet uns ein! Kontaktieren Sie/Kontaktiert uns über info@boncourage.de oder 0157/75176855. Weitere Informationen finden sich auch unter www.boncourage.de oder im Facebook. 

Über eine Einladung freuen sich,

Asylsuchende aus dem Landkreis Leipzig und

das Team von Bon Courage e.V.

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